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Der Kampf gegen das Walschlachten geht weiter

In Argentinien hat der Kampf gegen den Walfang zu einem Erfolg geführt: Die Firma Pesquera Santa Elena will ihre Geschäfte mit dem japanischen Konzern Nissui und seinen Töchtern einstellen. Nissui ist mit knapp 32 Prozent an der Firma Kyodo Senpaku beteiligt, die die Walfangflotte unterhält. Im Südlichen Ozean hat derweil auch die Crew der Arctic Sunrise den Kampf gegen das Walschlachten wieder aufgenommen.

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Mit Hilfe von Streuwasserwerfern versuchen Greenpeace-Aktivisten, die Sicht der Harpuniere auf die Wale zu behindern und den Tieren zur Flucht zu verhelfen. Trotzdem mussten sie mitansehen wie innerhalb von 48 Stunden 20 Minkwale von den Japanern getötet wurden, darunter auch Jungtiere.

Das japanische Walforschungsinstitut (ICR) versucht indessen weiter, Greenpeace mit fadenscheinigen Anschuldigungen zu diskreditieren. So behaupten sie, die Greenpeace-Schiffe würden von einer US-Marinebehörde wegen Piraterie gegen Handelsschiffe überwacht. Diese Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage. Auf der Website der Behörde ist lediglich vom Zustammenstoß zwischen Greenpeace und der japanischen Walfangflotte die Rede, nicht aber von Piraterie.

Was die japanischen Walfänger machen, ist nicht nur illegal - es ist barbarisch. Neues Filmmaterial aus der Antarktis zeigt deutlich, wie ein Wal durch die explosive Harpune getroffen wurde. Die lebenswichtigen Organe blieben unverletzt. Zehn Minuten wand sich das Tier im Todeskampf. Es wurde lebendig an seiner Fluke an der Seite des Walfangbootes aufgehängt und erstickte unter Qualen, weil es nicht mehr auftauchen konnte.

Dieses Schicksal erleiden über 300.000 Kleinwale jedes Jahr. Sie verfangen sich in Fischereinetzen und ertrinken. Delfine und Wale verfügen über die Fähigkeit, viel Sauerstoff im Myoglobin der Muskeln abzuspeichern. Dadurch können sie sich länger unter Wasser aufhalten, ohne Luft zu holen. Dadurch durchleben sie aber auch zähe lange Minuten voller Panik und Schmerz, bevor sie sterben.

Für die japanischen Walfänger zählt nur die Quote. Ich war zutiefst bestürzt, als ich zur Walfang-Crew hinaufschaute und das selbstgefällige Lachen sah, mit dem sie auf mich hinunterblickten, sagte der australische Aktivist Mikey, der am 22. Dezember rund zehn Minuten auf einer getöteten Walkuh kniete. Er wollte verhindern, dass der Minkewal hochgezogen und die Harpune für das Walkalb freigemacht würde.

(Autor/innen: Benjamin Borgerding/Stefanie Werner/Sigrid Totz)

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