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Delfinsterben: Militärsonare im Verdacht

Meeresbiologen und die US-Navy wollen jetzt die Strandung von über 70 Delfinen in Florida in der vergangenen Woche genau untersuchen. Nach neuesten Berichten soll das US-Militär einen Tag vor dem Ereignis, das mehr als 20 Delfine nicht überlebten, vor der Küste ein U-Bootmanöver abgehalten haben. Ob dabei auch Unterwassersonar zum Einsatz kam, will die Navy bislang nicht verraten. Die Experten versuchen nun anhand der Tierkadaver, der Ursache für die Strandung auf die Schliche zu kommen.

Am Wochenende war eine große Rettungsaktion angelaufen. Dennoch verendeten 8 Tiere. Die Fischereibehörde (NOAA) teilte mit, dass 15 weitere Delfine eingeschläfert werden mussten. Es gelang jedoch, 32 Tiere vor dem Tode zu bewahren. Die geretteten Meeressäuger wurden in drei Schutzstationen in Florida untergebracht. Dass die Tiere unter starkem Stress stehen, wurde am Sonntag deutlich: Eine gerettete, werdende Delfinmutter brachte ihr Kalb tot zur Welt.

Seit geraumer Zeit weisen wir darauf hin, dass von der ungeheuren Lärmbelastung in den Meeren eine Gefahr für die Meerestiere ausgeht, sagt Andrea Cederquist, Meeresexpertin bei Greenpeace. Schon öfter sind gerade die Militärsonare als Verursacher von Wal- und Delfinsterben ins Blickfeld geraten. Für die Tiere bedeutet ihr Einsatz einen qualvollen Tod. Dem muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. (mir)

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