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Delfine in Nordeuropa können aufatmen

Es gibt Hoffnung für die Delfine, Tümmler und andere Kleinwale in Nordeuropa. Am Mittwoch hat das Bundeskabinett endlich die Ausweitung des Geltungsbereichs des Abkommens zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee (ASCOBANS) in Kraft gesetzt.

Wir begrüßen diesen Beschluss, sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace, denn der Schutz von Kleinwalen ist nach wie vor ein Muss. So sterben allein in der dänischen Stellnetzfischerei immer noch jährlich tausende Schweinswale.

Die Tiere sind vielfältigen Bedrohungen durch den Menschen ausgesetzt. Sie leiden unter der zunehmenden Verschmutzung ihres Lebensraums oder sterben als Beifang in den Netzen der Fischer.

ASCOBANS wurde 1991 erarbeitet. Es soll dem Schutz der Delfine und Kleinwale dienen, die im Gebiet des Abkommens leben. In Deutschland sind davon in erster Linie die in Nord- und Ostsee heimischen Schweinswale betroffen.

Zu den Vertragsstaaten von ASCOBANS zählen neben Deutschland zum Beispiel Belgien, Dänemark, die Niederlande, Schweden und Großbritannien. Durch die Gebietsausweitung werden nun weite Seegebiete im Atlantik bei Großbritannien und Irland sowie westlich von Frankreich, Portugal und Spanien hinzugefügt.

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