Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Deep Blue - das Geheimnis der Ozeane

Neunzig Minuten Kinoerlebnis vom Schönsten: Am 29. Januar startet der außergewöhnliche Dokumentarfilm Deep Blue bundesweit in den Kinos.

Entdecke das Geheimnis der Ozeane, lautet der Untertitel. Das ist wörtlich zu nehmen. Bis zu 5.000 Meter tief sind die Filmemacher in Spezial-U-Booten getaucht. Mitgebracht haben sie Aufnahmen aus einer Welt, die zu sehen ein normaler Sterblicher kaum eine Chance hat. Regisseur Alastair Fothergill: Es sind mehr Menschen in den Weltraum geflogen als in die Tiefen unserer Ozeane getaucht.

Bei jedem Tauchgang haben die Filmer Lebewesen entdeckt, die bislang unbekannt waren. Unmöglich zu sagen, wie viele Tiere und Pflanzen es noch in dieser Tiefe gibt, die nie vom Menschen entdeckt wurden. Die vielleicht auch niemals mehr entdeckt werden. Denn das riesige Ökosystem der Meere ist bedroht.

Greenpeace-Meeresbiologin Andrea Cederquist: Der Film vermittelt die ungeheure Faszination und Schönheit der Meere und ihrer Bewohner. Aber diese Bilder machen auch klar, was wir zu verlieren im Begriff sind. Die Lebensräume der Ozeane sind durch Überfischung, zerstörerische Fischereimethoden und Ölverschmutzung bedroht.

Beispiel Fischerei: 75 Prozent aller Speisefischbestände weltweit sind entweder bereits überfischt oder werden es bald sein. Mit riesigen Netzen und kilometerlangen Leinen räumen die Fischereiflotten die Meere buchstäblich leer. Was sie nicht gebrauchen können, werfen die Fischer tot oder sterbend ins Meer zurück. Rund ein Drittel des weltweiten Jahresfangs besteht aus ungewolltem Beifang.

Weltweite Schutzgebiete und eine ökologisch verträgliche Nutzung sind unerlässlich, wenn wir die Meere und ihre Vielfalt bewahren wollen, so Cederquist. Auch die Verbraucher können etwas tun: Kaufen Sie nur Fisch, der noch mit gutem Gewissen gegessen werden kann. Welche Arten das sind, steht im Greenpeace-Einkaufsratgeber Fisch & Facts 2004.

Sie können den Ratgeber bei Greenpeace bestellen. Aber Sie können ihn unter Umständen auch von Ihrem Kinobesuch mitbringen. In 30 Städten sind Greenpeacer mit Infoständen vor Ort, wenn Deep Blue läuft. Vielleicht ist Ihr Kino dabei. (sit)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Mehr zum Thema

Tiefseeparadies im Atlantik

Die Tristan Languste galt als ausgerottet am Tiefseeberg Vema. Eine Greenpeace-Expedition konnte jetzt ihre Rückkehr dokumentieren – dank  eines 2007 verhängten Fischereiverbots.

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.