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Das Ende der Piratenfischer

Im Herbst 2005 spürten Greenpeace-Aktivisten fünf illegal operierende Fischtrawler im Rostocker Hafen auf. Die Trawler sind der für die Fischerei im Nordostatlantik verantwortlichen Behörde NEAFC seit langem bekannt. Sie stehen auf der schwarzen Liste der Europäischen Union (EU), denn sie haben jahrelang im Nordatlantik illegal gefischt. Weder haben sie ihre Fänge - wie vorgeschrieben - in einem Logbuch dokumentiert noch wurden die vergebenen Quoten von ihnen eingehalten.

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Nach geltendem Recht ist es den Hafenbehörden innerhalb der EU untersagt, solche illegal operierenden Trawler zu versorgen. Greenpeace jedoch bewies mit Hilfe von versteckten Kameras genau das Gegenteil: Die Schiffe wurden in Rostock mit Proviant neu versorgt. Doch trotz aller Beweise blieben die deutschen Behörden untätig. Anstatt diese Schiffe endgültig festzusetzen, verließen sie Rostock am 18. März 2006. Die Flucht der Piratenfischer führte über verschiedene EU-Häfen und wurde dort stets von Greenpeace-Aktionen begleitet.

Im Herbst 2006 kam endlich Bewegung in die Sache. Nachdem Greenpeace wieder auf die Trawler aufmerksam machte, reagierten die russischen Behörden in Kaliningrad und legten die fünf Piratenfischer an die Kette. Damit setzten sie die bestehenden Gestetze um, die von den deutschen Behörden noch ein halbes Jahr vorher ignoriert wurden. In der Zwischenzeit waren die Piratenfischer bei der illegalen Rotbarschfischerei in internationalen Gewässern von der isländischen Küstenwache beobachtet worden.

Und nun - fast zwei Jahre nach Entdeckung der Piratenfischer im Rostocker Hafen - können wir einen großen Erfolg vermelden: Die Schiffe der Piratenfischer werden im lettischen Hafen Liepaja in den nächsten Monaten endgültig abgewrackt. Dazu werden sie in ihre Einzelteile zerlegt und verschrottet.

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