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CITES: Zwischen Artenschutz und Kommerz

In Den Haag ist am Freitag die 14. Artenschutzkonferenz (CITES) zu Ende gegangen. Das Ergebnis ist insgesamt eher unbefriedigend. Wirtschaftliche Interessen weichen zunehmend die Bemühungen um den Artenschutz auf. Versuche, das Handelsverbot für Elfenbein und das Walfangmoratorium auszuhebeln, kosteten wertvolle Zeit, die für den Schutz anderer Arten verlorenging.

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Kurz zusammengefasst beschlossen die Delegierten der 171 CITES-Mitgliedsländer unter anderem Handelsbeschränkungen für Aal, Elfenbein und Brasilholz. Ganz verboten wird der Handel mit Sägefischen und Plumploris, einer kleinen südostasiatischen Affenart. Dornhaie, Heringshaie, verschiedene Tropenhölzer und Rote Korallen dürfen trotz Gefährdung weiter gehandelt werden.

Kaufen Sie keine Schillerlocken!

Greenpeace hatte gefordert, besonders die Anträge auf Schutz für den Dornhai und den Heringshai zu unterstützen. Dornhai wird in Deutschland als Schillerlocke oder Seeaal verkauft. Schillerlocken werden aus seinen geräucherten Bauchlappen hergestellt, Seeaal aus dem Rückenfilet. Das sogenannte Haisteak auf der Fischtheke stammt häufig vom Heringshai.

Deutschland und die EU hatten beantragt, den Handel mit den beiden Haiarten zukünftig zu beschränken. Beide Anträge wurden abgelehnt - mit dem Hinweis, dass die EU selbst für die bedrohliche Dezimierung der beiden Arten verantwortlich sei. Auf der südlichen Erdhalbkugel seien die Bestände gesund. Traurig aber wahr ist: Beide Arten sind im Norden völlig überfischt.

Die Mitgliedsländer konnten sich bei den deutschen Schutzanträgen für den Dornhai und den Heringshai offensichtlich nicht gegen die massiven Interessen der Fischereiindustrie durchsetzen, kommentiert Greenpeace-Sprecher Jörg Siepmann. Nun muss die Europäische Union den Schutz der Haie voranbringen und den Fang wirkungsvoll kontrollieren. Greenpeace hofft auch auf die Verbraucher: Verzichten Sie auf Schillerlocken und andere Haiprodukte!

Aale und Wale

Grünes Licht gab die Konferenz für den Schutz des Europäischen Aals, dessen Bestände bereits um 99 Prozent zurückgegangen sind. Internationale Handelskontrollen sollen ihn vor dem Aussterben bewahren. Die Exportländer müssen künftig nachweisen, dass der angebotene Aal aus nachhaltiger Fischerei stammt.

Das Ende der Tagung am Freitag wurde hinausgezögert durch einen erneuten Vorstoß Japans, den Handel mit Walfleisch zu legalisieren. Der Antrag war zuvor im Plenum bereits abgelehnt worden. Palau versuchte im Auftrag Japans daraufhin am Freitag die Diskussion über den Walfleischhandel wieder zu öffnen - der Versuch erlitt wiederum eine Niederlage.

Seit 15 Jahren versuchen die Japaner, auf dem Weg über CITES das Walfangmoratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) zu unterminieren. Bislang ohne Erfolg. Auch in diesem Jahr verwies die Konferenz darauf, dass für Wale die IWC zuständig sei.

CITES - Spiegelbild der Realität

Da CITES für die meisten Staaten der Erde verbindlich ist, ist es das für den Artenschutz bedeutsamste internationale Abkommen. In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt der Arbeit immer mehr auf wirtschaftlich wichtige Tier- und Pflanzenarten verlagert. Logischerweise, denn die hemmungslose Ausbeutung beispielsweise der Wälder und Meere bedroht mittlerweile den Bestand vieler Arten.

Wegen der Schutzanträge für kommerziell wichtige Arten wie industriell gefangenen Fisch oder teuer gehandeltes Tropenholz beobachten wir eine zunehmende Präsenz der Industrie in den Länderdelegationen, bestätigt Siepmann. Mit anderen Worten: Die Wirtschaftslobby sitzt auch bei CITES mit am Verhandlungstisch. Umso dringlicher ist es, dafür zu sorgen, dass kurzfristige Profitinteressen einzelner Wirtschaftszweige das Abkommen nicht unterwandern.

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