CITES - Ausverkauf der Meere

Mitte März tagte die 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen CITES in Doha/Katar. Die Bilanz nach zwei Wochen Verhandlungen ist besonders für die Meeresbewohner ernüchternd. Sie sind die großen Verlierer.
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Die Teilnehmer der CITES-Konferenz entschieden nicht nur gegen ein Handelsverbot für den König der Meere - den Roten Thunfisch (Thunnus thynnus). Auch drei Hammerhai-Arten, Weißspitzen-Hochseehai, Dornhai, Heringshai und die Roten und Rosa Korallen schafften nicht den Sprung auf einen CITES-Anhang. So bleibt ihnen jeder Schutz von dieser Seite verwehrt.

Ausgerechnet im Jahr zur Biologischen Vielfalt der Vereinten Nationen (UN) und in Anbetracht des stark dezimierten Bestandes von Rotem Thunfisch und fast 80 Millionen Haien, die jedes Jahr mit abgeschnittenen Flossen, bewegungsunfähig, zurück ins Meer geworfen werden, ist diese CITES-Entscheidung nicht nachvollziehbar.

Es stellt sich die Frage, wie ernst die Vertragsstaaten ihre Verpflichtungen zum Schutz der biologischen Vielfalt nehmen. Oder wie stark sie sich von Japan beeinflussen lassen, das die CITES Verhandlungen, ähnlich wie bei der Internationalen Walfangkommission IWC, massiv blockierten. Wenig überraschend handelte es sich dabei überwiegend um Arten, die für Japan finanziell sehr lukrativ sind.

Erneut wurde hier eine Chance vertan, der Ausbeutung der Meere einen Riegel vorzuschieben und so liegt die Verantwortung für den Schutz der Meere umso mehr bei der Industrie, dem Handel und uns Verbraucher/innen.

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