Gastbeitrag von den Schauspielern Javier und Oscar Bardem sowie dem Regisseur Alvaro Longoria

Bewegende Bilder

Wie wünschen wir uns unsere Zukunft? Darüber nachzudenken ist das Ziel der  Dokumentation „Sanctuary“ von Oscarpreisträger Javier Bardem. Zu sehen ist der Film auf YouTube.

  • /

Kinostar Javier Bardem reiste mit Greenpeace im Jahr 2018 in die Antarktis. Begleitet wurde er von seinem Bruder, dem Schauspieler Carlos Bardem, sowie dem Regisseur Alvaro Longoria. In Zusammenarbeit mit Greenpeace ist daraus der Dokumentarfilm „Sanctuary“ mit eindrucksvollen Bildern entstanden. Zu sehen ist er kostenlos auf YouTube.

Was die Bardem-Brüder und den Regisseur auch in Zeiten der Corona-Krise bewegt, lesen Sie in diesem Gastbeitrag:

Viele von uns durchleben gerade eine Zeit der Turbulenzen. Einerseits wollen wir unsere Volkswirtschaften auch inmitten der Corona-Krise wieder aufbauen und rufen dabei auch zur Gerechtigkeit und Unterstützung für die Schwächsten unserer Gesellschaft auf. Zum anderen müssen wir die globale Krise nutzen und die kommende nächste Phase der Menschheitsgeschichte aktiv gestalten. Denn eines ist klar: Für unseren Planeten kann es kein „Weiter so“ geben.

Das Tempo, mit dem wir Maßnahmen zur Bewältigung dieser aktuellen Krise ergriffen haben, gibt uns Hoffnung. Wir können es schaffen, das Nötige zu tun, um unsere Ozeane, Wälder und das Klima - die Stützsysteme unseres Planeten - für künftige Generationen zu schützen und zu bewahren. 

Die Ozeane liefern der Welt die Hälfte des benötigten Sauerstoffs und sie ernähren Millionen von Menschen. Die Weltmeere schlucken klimaschädliche Treibhausgase und helfen uns im Kampf gegen die Erdüberhitzung. Sie sind überlebenswichtig für die gesamte Menschheit. Dennoch ist die Gesundheit der Ozeane heute mehr denn je bedroht durch menschengemachte Zerstörung wie die industrielle Fischerei, den Klimawandel, Plastikmüll und Tiefseebergbau.

Doch ein globaler Rettungsplan könnte bereits auf dem Weg sein: Ein historischer internationaler Ozeanvertrag unter dem Dach der Vereinten Nationen, der es ermöglichen könnte, mindestens 30 Prozent der Meere unter Schutz zu stellen.

Wir unterstützen die Bemühungen um den Schutz der Meere und haben uns deshalb vor einiger Zeit einer Greenpeace-Mission angeschlossen, um für das größte Schutzgebiet der Erde im antarktischen Wedellmeer zu kämpfen. Es war eine epische Reise zu einer der letzten großen Wildnisse des Planeten. Zusammen mit Wissenschaftlern und Aktivisten durften wir die Wunder einer eisigen Welt bezeugen, die wir dringend schützen müssen. Wir sahen, wie die Gier nach Geld und Macht selbst die kleinsten Lebensformen wie den Krill, die Grundlage des antarktischen Nahrungsnetzes, bedroht und wie der Zusammenbruch der marinen Ökosysteme uns alle betreffen könnte.

Wir möchten Sie einladen, uns auf diese Reise zu begleiten. Unser Film "Sanctuary" ist die Geschichte dieses Kampfes für einen besseren Planeten für uns alle: eine Geschichte der Hoffnung und der inspirierenden Wissenschaftler und Aktivisten - normale Menschen, die ihr Leben für die Verteidigung unserer natürlichen Welt einsetzen. Es war eine privilegierte und demütigende Erfahrung, in der Antarktis zu stehen, inmitten der gewaltigen Ausmaße hoch aufragender Eisberge und riesiger Wale, die das glasklare Wasser durchpflügen. Doch wir möchten, dass die Menschen all diese Schönheit nicht nur sehen, sondern dass sie empfinden, was wir in diesen Momenten empfunden haben: Sie sollen spüren, was für unseren Planeten auf dem Spiel steht.

Gemeinsam können wir unserer Stimme Gehör verschaffen. Wir können die Klimakrise bewältigen, wenn wir zusammenhalten und eine globale Antwort finden. Wir können unsere Volkswirtschaften besser wieder aufbauen als zuvor. Wir können unsere Ozeane am Leben erhalten, wir sind auf sie angewiesen. In Krisenmomenten sind wir gemeinsam sicherlich stärker.

Auch wenn viele von uns weiterhin ein eingeschränktes Leben führen werden, haben wir immer noch die Chance, Verbindungen zueinander aufzubauen. Wir können uns tiefer in der Natur verwurzeln. Wir können von unseren Politikern verlangen, dass sie den Planeten für die kommenden Generationen retten. Schon jetzt fordern über drei Millionen Menschen einen globalen Vertrag zur Rettung der Meere. Dies könnte ihre letzte Chance sein: Geben wir unseren Ozeanen den Schutz, den sie brauchen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Wilder Westen auf hoher See

Fisch aus illegaler Fischerei überschwemmt die internationalen Märkte. Das Umladen von Fang- auf Kühlschiffe fernab der Häfen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Einsatz am Südpol

Wissenschaftler auf „Esperanza“ und „Arctic Sunrise“ untersuchten die Folgen der Erderhitzung für die Antarktis. Mit dabei war Menschenrechts- und Umweltaktivistin Carola Rackete.

Übles Mehr in Meeresfrüchten

Plastik ist überall. Erst im Supermarktregal, dann im Meer – und wieder auf dem Teller: Eine Greenpeace-Untersuchung belegt Mikroplastik-Funde in vielen Fischeinkäufen.