Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Beifang: Fischereiminister vergeigen Chance

Enttäuschung bei Greenpeace und der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS): Die EU-Fischereiminister haben in der Nacht auf Dienstag eine Chance vertan. Mit der ausgehandelten neuen Verordnung wird das tausendfache Sterben von Kleinwalen und Delfinen als Beifang in Fischereinetzen nicht beendet.

Treibnetze in der Ostsee dürfen wie bisher bis zu 21 Kilometer lang sein. Das vollständige Verbot von Treibnetzen in der Ostsee wird von 2007 auf 2008 verschoben. Akustische Scheuchvorrichtungen, die Delfine von den Netzen fern halten, werden nur auf Stellnetzfischerbooten ab 12 Metern Länge zur Pflicht. Dies zudem in einigen Gebieten erst ab 2005 beziehungsweise 2007. Beobachter auf Fischereischiffen werden nur für einen kleinen Teil der Fangflotte vorgeschrieben.

Ein Team von Greenpeace- und WDCS-Experten hat erst kürzlich Aktivitäten von Schleppnetzfischern im Nordostatlantik vom Greenpeace-Schiff Esperanza aus beobachtet und dokumentiert. Dabei entdeckten sie auch im Wasser treibende Delfinkadaver mit Verletzungen, die typisch sind für den Tod im Netz. An diesem qualvollen Sterben wird sich durch die neue Verordnung nur wenig ändern.

Der WDCS hat für Greenpeace einen Report über das Sterben der Kleinwale und Delfine als unerwünschter Beifang erstellt:

The Net Effect (englisch)

Publikationen

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fishy Business

Fisch aus illegaler Fischerei überschwemmt die internationalen Märkte. Das Umladen von Fang- auf Kühlschiffe fernab der Häfen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Haie unter Attacke

Obwohl sie sich „Schwertfischfischerei“ nennt, wird dabei im Nordatlantik hauptsächlich eins gefangen: Haie. Entweder absichtlich, oder als Beifang, zeigt dieser Greenpeace-Report.2017 zum Beispiel kam auf 1 Kilo Schwertfisch 4 Kilo Hai.

Mehr zum Thema

Butter bei die Fische

Fischer reagierten teils empört auf die von Greenpeace-Aktiven versenkten Steine in der Ostsee. Im Interview erzählt Thilo Maack, warum die Aktion auch der Fischerei nutzt.

Schutz für Fehmarnbelt

Fischereiministerin Klöckner verzögert den Meeresschutz in Nord- und Ostsee. Greenpeace-Aktive versenken daher weitere Steine im Schutzgebiet Fehmarnbelt.

Steiniger Weg zum Ziel

Fotostrecke: Greenpeace-Aktive versenken weitere Steine in der Ostsee vor Rügen. So wollen sie das Schutzgebiet Adlergrund vor zerstörender Grundschleppnetzfischerei bewahren.