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Beifang - Die Katastrophe am Meeresgrund

Immer mehr Fischer, die im Schutzgebiet Doggerbank ihrem Geschäft nachgehen, stellen den Greenpeace-Aktivisten an Bord der Esperanza ihren so genannten Beifang zur Verfügung. So können sich die Greenpeacer ein immer deutlicheres Bild davon machen, welche Katastrophe sich am Meeresgrund abspielt.

Als Beifang werden all die Meeresbewohnerbezeichnet, die sich zusammen mit der eigentlich befischten Art im Netzverfangen haben und mit an Bord gehievt wurden. Da die Fischer nichtsmit ihnen anfangen können oder dürfen, werfen sie die toten odersterbenden Tiere einfach wieder über Bord.

Der Tod dieser Tiere ist völlig nutzlos, sagte unsereMeeresexpertin Iris Menn an Bord des Greenpeace-Flaggschiffs Esperanza. Nicht nur nutzlos, sondern im höchsten Maße schädlich fürdas Leben unter Wasser! So zählten die Greenpeacer rund 11.000 toteoder sterbende Meeresbewohner, die als Beifang behandelt wurden. DerFischer gab an, dass Netz nur zwei Stunden ausgeworfen zu haben.

Unter den in die Nordsee zurückgeworfenen Tieren befinden sich zerfetzte Tintenfische, Seesterne und Krebse mit zerdrückten Gehäusen sowie Wittlinge, Knurrhähne, Schollen und Seezungen. Auch Speisefisch wird weggeworfen! Aufgrund der in Brüssel vorgegebenen Fangquoten laufen die Fischer sonst Gefahr, die Quoten für diese Fische zu überschreiten - rechtliche und bürokratische Querelen drohen - also weg damit!

So wächst die Beifangmenge im Jahr allein in der Nordsee auf über 700.000 Tonnen an. Besonders erschreckend: auch gefährdete Fischarten landen als Beifang sterbend im Wasser. Aus Erhebungen für 2000 und 2001 geht hervor, das rund 12 Prozent des gesamten Kabeljaufangs und 40 Prozent des Plattfischfangs einfach weggeworfen wurden.

Dazu Menn: Eine Fischereipolitik, die zu solch einer Verschwendung an Fisch und anderen Meeresbewohnern führt, ist eine Politik, die schleunigst abgeschafft gehört! Nur so können wir wirksam die Nordsee und das Leben in ihr schützen.

Fischerei darf nur nachhaltig betrieben werden, wo auch immer sie stattfindet, sagt Menn. Sonst führt sie nur zu leeren Meeren, in denen es kein Leben mehr gibt. Großflächige Meeresschutzgebiete können der Nordsee Schutz bieten vor der fortgesetzten Fischerei am äußersten Limit und anderen zerstörerischen Aktivitäten. In diesen Gebieten können sich die Fischbestände dann wieder erholen.(mir)

Welche Maßnahmen wir für den Erhalt des Lebensraumes Meer fordern und weitere aufschlussreiche Informationen finden Sie auf unserer Schutzgebieteseite.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, was sich auf der Esperanza in der Nordsee zuträgt, dann lesen Sie

 

unser Weblog! (http://www.greenpeace.de/schutzgebiete)

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