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Behörden lassen Piratenfischer ziehen

Vier Piratenfischer, gegen die Greenpeace in Rostock mehrfach protestiert hat, haben am Samstag unbehelligt den Hafen verlassen können. Obwohl erst wenige Tage zuvor Staatssekretär Gert Lindemann vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) betont hatte, wie wichtig der Kampf gegen die illegale Piratenfischerei sei.

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Die Schiffe Eva, Junita, Rosita und Isabella stehen auf der schwarzen Liste der EU. Sie haben im Nordatlantik über Jahre illegal, unreguliert und undokumentiert gefischt und damit gegen internationale Fischereiabkommen verstoßen.

Inzwischen sind die Piratenfischer im litauischen Hafen Klaipeda wieder aufgetaucht. Auch dort gilt die EU-Verordnung, nach der Piratenfischer in keinem europäischen Hafen mit Vorräten, Treibstoff oder Ausrüstung versorgt werden dürfen.

Bevor die Schiffe Rostock verließen, hatte Staatssekretär Lindemann vom BMELV Greenpeace gegenüber versichert, sich verstärkt gegen Piratenfischer einzusetzen: Es solle verhindert werden, dass die vier Fischtrawler den Rostocker Hafen verlassen, falls nicht glaubhaft ausgeschlossen werden könne, dass die Schiffe erneut illegal fischen.

Doch die Behörden ließen die Schiffe ohne diese Belege und im Wissen, dass die Piraten internationale Fischereiabkommen und Fangquoten ignorieren, fahren. Das zuständige Landesministerium in Schwerin hat sich bislang nicht geäußert. Greenpeace prüft rechtliche Schritte gegen die zuständigen deutschen Behörden.

Die Politiker können nicht behaupten, die illegale Fischerei zu bekämpfen und dann zusehen, wie Piratenfischer einen deutschen Hafen verlassen, kritisiert Greenpeace-Meeresexpertin Andrea Cederquist. Sie müssen handeln und diejenigen hart bestrafen, die nachweislich gegen geltende Gesetze verstoßen und sich rücksichtslos bedienen.

Das illegale Geschäft ist profitabel. Jährlich werden damit zwischen 3,4 und 7,6 Milliarden Euro verdient. Und es hat gravierende ökologische Folgen: Die Fischbestände auf der Hohen See und an den Küsten von Entwicklungsländern sind durch die Piratenfischerei akut bedroht.

Nach Greenpeace-Informationen wollen die derzeit in Klaipeda liegenden Piratenfischer vor Mauretanien, Westafrika oder im Pazifik ihr Unwesen treiben. Neben den Piraten Eva, Junita, Rosita und Isabella liegen in Klaipeda noch vier weitere Piratenfischer. Auch diese sind auf der schwarzen Liste der EU vermerkt.

Gegen einen weiteren Trawler der Piratenflotte, die Carmen, die Rostock überraschend schon vor dem Rest der Flotte verlassen hatte, waren Greenpeace-Aktivisten in Schlauchbooten bereits am vergangenen Donnerstag im polnischen Hafen von Swinemünde vorgegangen. Dort liegt das Schiff - trotz Ausrüstungsverbot - in einer Werft.

Es sei die Frage erlaubt, ob die Gesetze das Papier wert sind, auf dem sie nachzulesen sind, wenn doch niemand was tut.

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