Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Australien setzt auf sanfte Erforschung von Walen

Satelliten und DNA-Technologie sind die Mittel der Wahl, wenn Australien wissenschaftliche Fakten über die Bewegungen und die Ernährung der Wale in seinen Gewässern sammeln will. Ein Töten der Meeressäuger kommt dabei nicht in Frage, auch wenn Walfangnationen wie Japan behaupten, das sei aus wissenschaftlichen Gründen unabwendbar. Bislang hat Australien bereits umgerechnet 1,9 Millionen Euro in die schonende Untersuchungsmethode investiert. Am Wochenende teilte das Umweltminsterium mit, diese Untersuchungen in Zukunft auszuweiten.

  • /

Australische Wissenschaftler greifen zur Armbrust, um an die Daten der Wale heranzukommen: Mit deren Hilfe schießen sie einen kleinen Pfeil mit Minisender in die Speckschicht der Meeresriesen. Via Satellit lassen sich dann für rund zwei Monate die Wanderungsbewegungen des Tieres genau verfolgen. Zusätzlich nehmen die Forscher kleine Hautproben. Aus ihnen können die Wissenschaftler das Alter, den Fortpflanzungszyklus und die Ernährungsgewohnheiten des Tieres herauslesen.

Damit investiert Australien klar in einen weltweiten Trend, sagt Stefanie Werner, Meeres-Expertin bei Greenpeace. Die so genannte Telemetrie an marinen Säugetieren setzt sich immer mehr durch. Weltweit sind sich Wissenschaftler einig, dass man die sanften Riesen der Meere nicht töten muss, um mehr über sie zu erfahren. Mit dem Beharren auf seinem so genannten wissenschaftlichen Walfang macht sich Japan zunehmend unglaubwürdiger. Zumal die Ergebnisse mehr als dürftig ausfallen. Kommerzieller Walfang von Arten, die auf der roten Liste der World Conservation Union stehen, ist ein Verbrechen und muss auch als solches geahndet werden.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Erweiterung des Schlacht-Felds

Japans Wal-Schlachten, vorgeblich zu wissenschaftlichen Zwecken, geht weiter. Nun erhöht das Land die Fangquote für Minke- und Seiwale sogar – und ignoriert offizielle Beschlüsse.