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Dritter Teil: Januar 2006

Auf der Jagd nach japanischen Walfängern, Tagebuch Teil 3

Greenpeace hat im Südpolarmeer die japanische Walfangflotte aufgespürt, die ausgelaufen ist, um Wale zu jagen. Die internationale Crew an Bord der Greenpeace-Schiffe Esperanza und Arctic Sunrise fordert die Walfänger auf, ihr blutiges Treiben einzustellen und den Südpazifik zu verlassen. Doch die Japaner zeigen sich uneinsichtig. Unsere Aktivistin und Schlauchbootfahrerin, Regine Frerichs, berichtet von ihren Erfahrungen.

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29.01.2006

Wind 3, See 1,5 Meter, 5 Grad, bewölkt

Es ist unser letzter Sonntag auf See. Der elfte Sonntag. Und es ist mein erster freier Sonntag seit Anfang Dezember. Ich genieße die freie Zeit, die mir an den Sonntagen im November so langweilig vorkam! Ausschlafen, in Ruhe den Tag beginnen, einen Becher Kaffee, etwas lesen und auf unseren Brunch warten!

Es wird Zeit sich zu verabschieden. In Kürze von meinen Kollegen hier an Bord und heute von unseren treuen Lesern, von meinen Freunden und meiner Familie hier an dieser Stelle. In ein paar Tagen habt ihr mich ja wieder!

Und wer Interesse hat, der kann demnächst zu einem Diavortrag kommen, den ich über diese Fahrt halten werde. Der Termin steht noch nicht fest, wird dann aber an dieser Stelle veröffentlicht!

Es ist Zeit, einen kleinen Rückblick zu halten, weil eine sehr intensive und aufregende Zeit zu Ende geht. In meinem ganzen Leben habe ich noch keine so komprimierte Zeit erlebt. So viele Dinge gesehen, gemacht, gelernt, gelitten und gelacht und das in zweieinhalb Monaten. Und ich kann wohl behaupten, dass ich schon viel erlebt habe...

Eine besondere Zeit geht zu Ende und die Menschen hier an Bord werden zusammengeschweißt sein bis ans Ende ihrer Zeit. Auch wenn man sich nie wieder sieht. Was haben wir alles gemacht! Wir haben Eisberge gesehen, Vögel beobachtet, haben zusammen gesungen, gegessen, wir haben Stürme durchgestanden, wir haben mit der Ladung gekämpft, Boote repariert, das Schiff geschrubbt, wir waren im Packeis, haben auf dem Eis Fußball gespielt, Pinguine und Robben gesehen.

Wir waren auf Wache im Nebel, im Sonnenschein, haben uns auf den Schiffen besucht, sind im Helikopter geflogen und Boot gefahren, wir waren südlich des Südpolarkreises, wir hatten Sonne in der Nacht, wir sind ins Wasser gefallen, haben Trainings gemacht, haben Drills gemacht, wir waren Teil einer der aufwendigsten Aktionen, die Greenpeace je gemacht hat.

Wir konnten der Welt zeigen, was in der Antarktis mit den Walen geschieht, wir haben viele Wale gesehen und wir haben viele Wale sterben gesehen, wir haben um sie gekämpft, wir sind vor die Harpunen gefahren, wir haben gesehen, wie die Granaten neben uns in die Tierkörper einschlugen und sie innerlich zerfetzten, wir haben den oft langen Weg des Sterbens gesehen, wie sie kämpften und ertranken.

Wir konnten einigen zur Flucht verhelfen und wir konnten für viele Wale Zeit gewinnen, wir haben es wahrscheinlich geschafft, dass die Japaner die selbstgesetzte Quote dieses Jahr nicht erreichen, wir sind durch Blut gefahren, wir sind von Wasserkanonen beschossen worden, man hat mit Bootshaken auf uns eingeschlagen, unsere Schiffe sind gerammt worden, wir haben die Fangflotte gefunden und einen Monat lang verfolgt.

Es gibt bestimmt noch tausend Dinge, die ich hier aufzählen könnte....wir haben zusammen gefeiert, geredet, gelacht und geweint.

Liebe Grüße, Regine

26.01.2006

Wind 5, See 2 Meter, 3 Grad, wechselnd bewölkt - 56 Grad Süd, 23 Grad Ost

Heute sind wir seit 68 Tagen auf See! Und nach bisherigen Zeitschätzungen werden wir wohl in einer Woche in Kapstadt einlaufen. Die letzten Tage verbringen wir mit der Rückrüstung auf unserem Schiff, dass uns bisher brav über 12.000 Seemeilen getragen hat. Alles wird erneuert, geprüft und Inventur gemacht.

Die Rettungswesten, Überlebens- und Bootsanzüge werden durchgesehen, markiert und wenn möglich gleich repariert. Die Feuerlöscheinrichtungen werden gecheckt: Funktionieren die Schläuche, die Spritzen, die Feuerlöscher bekommen Kärtchen, auf denen das TÜV-Datum steht, Listen werden aktualisiert ...

Die Kaltwetterkleidung wird eingesammelt, gewaschen und verstaut. Alte Jacken werden aussortiert, Treppen entrostet, die Schlauchboote mit Planen versehen. Es herrscht ein ruhiges, aber fleißiges Treiben an Bord.

Das Wetter scheint uns noch freundlich gesonnen, obwohl wir schon auf dem 56. Breitengrad sind. Die howling fifties lassen den Wind und die Wellen schon mal recht wild werden. Zwar haben die Wellen ein Stück zugenommen, aber noch scheint die Sonne. Das Zunehmen der Schiffsbewegung registriere ich diesmal nicht mal mehr als Herausforderung.

Es scheint normal, wenn ich mal wieder durch das Büro rutsche oder nur mit einem Finger schreiben kann, weil ich mich festhalten muss oder wenn ich wieder eine Pause machen muss, bevor ich eine Tür auf- oder zumachen kann.

Und allmählich kommen mir auch ketzerische Gedanken in den Kopf! Ich freu mich darauf, wenn ich eine Schüssel frischen Salates vor mir habe, die ich ganz in Ruhe auf dem Tisch stehen lassen kann - ohne dass sie Gefahr läuft, im nächsten Moment schwungvoll mit dem Fussboden Kontakt aufzunehmen!

Ja, langsam sehne ich mich nach der Normalität! Einfach geradeaus gehen zu können, die Treppe hochzugehen, ohne mit der Schulter an der Wand entlangzurutschen oder beim Essen nicht immer mit dem Drehstuhl entgegen der Schiffsbewegung zu drehen und sich beim duschen nicht mehr festhalten zu müssen.

Wir freuen uns vor allem wieder auf frisches Obst und Gemüse! Und ich mich auf einen frisch gebrühten Filterkaffee, nachdem die Kaffemaschine hier schon nach ein paar Tagen den Geist aufgegeben hatte.

Viele Gespräche verlaufen mittlerweile in dieser Richtung, was tun wir als erstes, worauf freuen wir uns besonders. Gespräche, die entstehen, wenn Mangel die Fantasie beflügelt!

Liebe Grüße, Regine

21./22./23.01.2006

Wind 1 bis 2, See 0,5 Meter, 0 bis 4 Grad, Sonne

Die Arctic Sunrise kehrte langsam aus dem Packeis zurück. Wie in Watte gepackt, einen Traum langsam verlassend, glitt das Schiff zwischen Eisbergen hindurch, man hätte sie fast berühren können. Robben schliefen auf Eisschollen und die Pinguine waren wie kleine Kleckse überall verteilt. Im freien Wasser dann nahmen unsere Schiffe Fahrt auf und es ging endgültig Richtung Heimat.

Wie die Farbe der alten Gartenmöbel, die schon seit drei Jahren draußen stehen, blättert nun die Anspannung ab. Bei den Gartenmöbeln kommt der Rost zum Vorschein und bei uns eine bleierne Müdigkeit. Das Adrenalin geht langsam zurück, die Anspannung kann nicht mehr gehalten werden, die Mühen, der Stress, der Druck, das Hoffen und Bangen, alles, was wir uns abverlangt haben, zollt jetzt seinen Tribut! Nach Stunden des Schlafens denkt man endlich wieder etwas fitter und nach manchmal nur einer Stunde überfällt einen wieder eine Müdigkeit, als ob man eben eine Nacht durchgemacht hätte. Die Stimmung an Bord ist ruhig, sehr ruhig. Es kommt mir vor, als bewegten wir uns alle etwas langsamer als normal. Vielleicht tun wir das ja auch...

Ich bin jetzt die letzten Tage auf Wache, ab morgen beginnt für mich wieder der normale Arbeitsablauf. Dann kann ich auch endlich mal wieder mehr als sechs Stunden am Stück schlafen!

Seit drei Tagen ist die See so ruhig als ob es hier nie anders gewesen sei! Offenbar hat doch jemand ein Einsehen und lässt uns zumindest bis hier in Ruhe fahren. Wir sehen täglich verschiedene Wale, die hier friedlich ihrer Wege ziehen. Vor allem Minkis und Orcas.

Heute Nacht haben wir die Uhr wieder eine Stunde zurückgestellt, also bekommen wir eine Stunde geschenkt. Was heißt geschenkt? Auf der Herfahrt haben wir sie hergeben müssen.

So sind wir jetzt nur noch drei Stunden vor! Es waren schon mal 8 Stunden...

Der Verstand hat scheinbar alles zurzeit in Watte gepackt. Die letzten Wochen liegen irgendwo hinter einem, man denkt nur sehr selektiv zurück. Ich denke, das ist die Reaktion darauf, dass man einfach mit zu vielen Eindrücken und Erlebnissen überhäuft wurde. Zeit zum Abschalten, Zeit zum Sortieren!

Liebe Grüße, Regine

20.01.2006

Wind 0, See 0, minus 7 Grad, Sonne

Die Arctic Sunrise schiebt sich langsam bei gleißendem Sonnenschein durch das erstarrte Packeis des antarktischen Schelfrandes. Vorsichtig drückt sie Eisschollen beiseite oder hebt sich langsam auf eine Eisfläche, damit diese mit kalt knirschendem Geräusch aufspringt und uns den Weg dichter an den Schelfrand freigibt.

Das Geräusch des Eises bevor es bricht lässt sofort Erinnerungen ans Eislaufen entstehen. Wenn das spröde, gefrorene Wasser sein typisches Knacken hören lässt, womit es anzeigt, dass es durch irgendeine Bewegung anfängt zu arbeiten.

Die Sonne verwandelt die weiße Eiswüste in eine gleißende Fläche, die man nur noch durch Sonnenbrillen betrachten kann. So viel Schönheit kann nur blenden! Eingeschlossen in riesige Packeisflächen liegen Eisberge wie festzementiert und lassen eine Märchenlandschaft entstehen, an der offenbar Gaudi seine Hand hatte!

Da stehen Burgen, Berge und Kathedralen, Höhlenwände voll Stalaktiten und Stalagmiten, Villen und Hügel, Häuser und Hütten, Wasserfälle in Momente gegossen, liebliche Felder und Wiesen, stahlblaue unbewegliche Teiche und Tümpel. Alles erstarrt in blendendem Licht, glitzernd, verlockend von einer kalten, feindlichen Schönheit!

Die Sunrise findet eine Stelle, an der sie am Eisrand anlegen kann und das erste Mal betreten wir festen Boden. Seit 62 Tagen auf See nicht auf einem Schiff, nicht einmal auf einem Boot. Nach 62 Tagen das erste Mal in der Lage mehr als 20 Meter geradeaus gehen zu können! So betreten wir eine Welt, in der die Zeit angehalten wurde. Eine Welt, die für uns so feindlich ist und gleichzeitig von einer Schönheit, der man sich nie wieder entziehen kann.

Einige Bewohner dieser Welt kommen plötzlich näher, um sich die seltsamen Besucher von dem großen, lauten grünen Ding mit den hübschen, bunten Streifen an der Seite anzusehen: Pinguine. Sie kommen angelaufen, als ob jemand sie gerufen hätte. Es scheint sich in der näheren Umgebung herumgesprochen zu haben, dass hier auf Eisscholle Hafenhausen mächtig was los ist!

Erstaunt sehen wir, wie die kleinen Frackträger aus allen Richtungen über das Eis gelaufen kommen. Und sie laufen. Sie gehen nicht, sie laufen. Als ob jeder der Erste sein will. Dann beim Näherkommen, werden sie gewahr, dass wir doch etwas größer sind ... nichts destotrotz lassen sie sich kaum einschüchtern und die Mutigen wagen sich mitten in Gruppen von uns und stehen zwei Meter neben ihren grossen organgenen Kollegen.

Offenbar haben Pinguine dasselbe Talent wie Affen! Sie animieren den Homo Sapiens sie nachzumachen, was darauf hinausläuft, dass sich die Primaten in den komischsten Hampelbewegungen wiederfinden. Die Pinguine scheinen dadurch eher beruhigt und zu der Meinung zu gelangen, dass wir doch ganz drollige, vielleicht etwas groß geratene Kollegen sind. So lassen sich einige der kleinen Frackträger im Kreis neu gewonnener Freunde nieder, nehmen ein Sonnenbad, schliessen die Augen und zelebrieren die neue Zusammengehörigkeit auf pinguinisch. Gastfreundschaft in der Antarktis!

Am späten Vormittag beginnt unsere letzte Aktion. Wir hatten das schon einen Tag zuvor im Laderaum geübt. Aber das konnte ich ja nicht verraten ... Wir haben die Botschaft Help end whaling! mit unseren Körpern in den Schnee . Naja, gelegt ist wohl der bessere Ausdruck. Help end ist die Crew der Arctic Sunrise und whaling hat die Crew der Esperanza übernommen. (Ich bin die untere Hälfte von dem L in Help!) Tweety drehte seine Runden und ich war erstaunt, wie schnell und gut alles geklappt hat.

Den restlichen Tag verbrachten wir auf dem Eis. Allein, zu zweit oder in Gruppen. Jeder genoss einmal, Raum um sich zu haben, einfach ein Stück laufen zu können, die klare Luft, die Sonne oder die Gegenwart der Pinguine. Oder Fussballspielen auf dem Packeis. Der Ball rollt zwar nicht immer dahin, wo er soll, aber das macht ja nichts. In den Bootsanzügen lässt es sich auch nicht so toll laufen ... aber Platz ist für alle da.

In den Spalten zwischen den zusammengebackenen Eisschollen entdecke ich große Eiskristalle, die im Windschutz haben wachsen können. Sie erzeugen sofort das Wintergefühl der Kindheit, wenn die ersten Eisblumen am Fenster auftauchten und Eislaufen, Rodeln, Schneeballschlachten und Schneemann bauen versprachen! Unter ihnen verwandelt sich die Spalte in das typisch helle Eisblau, welches den abnehmenden Luftgehalt des Eises unter Druck anzeigt. Und überall auf dem Eis Pinguinfedern ... und die Spuren ihrer nackten rosa Füße mit den Krallen!

Ich bin dankbar für diesen friedlichen Tag im Eis. Die Sonne brennt von einem klaren, kalten azurfarbenen Himmel. Nur ein kleines Wolkenband am fernen Horizont. Zwischen den Eisbergen sehen wir die Berge von Antarctica. Wir sind westlich vom Ameryshelf, dicht an Mawson. Nur 26 Meilen von der Küste entfernt.

Und heute ist unser letzter Tag. Auch wenn wir unsere Einsätze noch länger weiterführen wollten: Wir sind am Ende! Am Ende der Welt, am Ende unseres Proviantes, am Ende unseres Sprits und am Ende unserer Kräfte. Heute Abend machen wir uns auf den langen Weg zurück nach Hause.

Wer uns nun schon so lange begleitet hat, hat auch noch die Möglichkeit, die Rückreise mitzumachen. Wäre ja gelacht, auf der Hinfahrt wart ihr ja auch schon dabei! Außerdem gibt es noch vieles zu erzählen!

Vielleicht schreibe ich nicht jeden Tag, aber bestimmt jeden zweiten. Mir haben so viele Menschen Mails geschrieben, mich unterstützt, mir Mut zugesprochen, was wirklich sehr hilfreich war! An dieser Stelle allen, die Anteil genommen haben, die uns und damit unsere Welt unterstützt haben: Danke!

Bis Morgen, liebe Grüße von südlich des südlichen Polarkreises!

Regine

16./17.01.2006

Wind bis 8, See bis 6 Meter, 2 Grad, Schneeschauer (waagerecht), Sicht teilweise unter einer Meile

Die letzten beiden Tage sind wieder solche, die man sich eigentlich nicht wünscht. Aber wenn das Wetter besser ist, dann können die Walfänger auch weiter ihrem blutigen Geschäft nachgehen. So versuche ich die grauen stürmischen Tage auch als Einsatz zu betrachten, der den Walen das Leben rettet!

Die Fangflotte fährt einen Kurs, dessen Streckenführung jeder Logik entbehrt. Aber das japanische Walforschungsprogramm entbehrt ja auch jeder Logik. Da ich selber Naturwissenschaftlerin bin, ist mir systematische Arbeit durchaus geläufig. Vor allem, was die Feldarbeit anbelangt. Nun, hier entfällt offenbar die Systematik.

Unser Schiff führt ziemlich genau dieselben Bewegungen aus, die kleine Kinder mit einem Schiff in der Hand simulieren, das über den imaginären Ozean fährt... Und auch hier darf man sich nicht dazu hinreißen lassen, sich genervt zu fühlen. Was nach 60 Tagen auf See doch langsam einem psychischen Klimmzug gleichkommt... Das Tippen mit nur einem Finger - wegen Hin- und Herrutschens im kleinen Office - trägt nur bedingt zur eigenen Erheiterung bei...

So habe ich in den letzten beiden Tagen die meiste Zeit zwischen meinen Wachen im Bett verbracht! Zwischendurch ab in die Messe zum Essen. Auf dem Weg dahin, links und rechts an der Wand abgestützt, am Ende der Aufwärtsbewegung des Schiffes schnell die fehlende Schwerkraft genutzt und die Treppe hochgesaust. Vorsichtig die Eisentür geöffnet, aber nur, wenn das Schiff auf Backbordbug liegt, sonst fliegt sie einem schnell aus der Hand. Dann in die Ecke geklemmt und bei der nächsten Seitenlage wieder geschlossen. Super! Wieder einmal geklappt! Jetzt schnell durch die Tür in die Messe, bevor der Dampfer wieder mit 40 Grad Seitenlage einem das Leben schwer macht.

Oh, da stehen wieder zwei Leute vor dem Heißwassergerät, ganz schlecht! Also schnell in den Türrahmen geklemmt und die beiden nächsten Schräglagen ausgeglichen. Mann, das Wasser läuft heute wieder mal ganz langsam... endlich! Einer macht den Weg frei. Dann schnell auf einen der Drehstühle in der Messe gesetzt. Sehr gut. Hier kann man warten, bis Platz am Buffet frei ist. OK, jetzt bin ich an der Reihe. Moment..., jetzt ist gerade etwas Ruhe, schnell die Schranktür auf, Teller raus, Tür wieder zu! Jetzt fliegt die Kühlschranktür auf und die Milchtüten sausen durch die Messe..., was für ein Elend!

Schon fliegt ein Handtuch aus der Kombüse, während sich ein anderer mutig der Kühlschranktür entgegenwirft. Die auslaufenden Milchtüten werden nach ihrem Ausflug in die Freiheit wieder eingefangen und in den anderen Kühlschrank verfrachtet. Nachdem die der Schwerkraft folgenden Milchlachen aufgewischt wurden (wie schnell Milch auf einmal sein kann...!), kann es weitergehen.

Also ein paar Kartoffeln auf den Teller, die Soße dazu und etwas Gemüse. Das Hühnerbein entwischt schon gleich beim Auffüllen, wird aber vor der Bodenberührung wieder mit dem Teller vereint. Endlich am Platz, den Teller wohlweislich auf einem Stück Affenhaut (so nennt man die Netzgummiunterlage, damit nichts vom Tisch rutschen kann) platziert. Schon steht der Nächste schief im Türrahmen und späht um die Ecke, was es wohl zu essen gibt.

Auf dem Blackbord steht: Heute Titanic um 20:15 Uhr in der Lounge! Und ich habe Wache...

So vergehen auch einige Tage hier.

Liebe Grüße, Regine

15.01.2006

Wind 1, See 1 Meter, 1 Grad, Sonne

Der gestrige Tag hat uns gezeigt, zu was Menschen fähig sind, wenn sie angebliche Wissenschaft betreiben...

Heute haben wir einige Umbauarbeiten vorgenommen, während die Esperanza weitere Einsätze gefahren hat. Es ist so wichtig, dass wir uns auch zwischendurch ablenken, auch die schönen Dinge hier unten weiter genießen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Wir müssen unsere Gefühle ausgleichen können, damit wir nicht von ihnen im negativen Sinne geleitet werden.

So kam heute wieder eine Einladung auf die Esperanza, um einen Abend mit unseren dortigen Kollegen zu verbringen. Diesmal wollte ich mit und Isha hat meine Wache übernommen.

Gegen 19 Uhr kam ein Boot der Esperanza und hat uns abgeholt. Ich konnte den Abend richtig genießen! Andere Gesichter und alte Freunde, neue Gespräche und einmal eine etwas andere Umgebung. Das Schönste aber war, dass ich einen Saunagang machen konnte! Für eine kurze Zeit alleine auf den Holzstufen sitzen und aus dem Bullauge auf die polarblaue See blicken, mit tausend glitzernden Sonnenflecken.

Anschließend stand ich einige Zeit nur im Handtuch auf dem Vordeck, es war kaum Wind und die Sonne schien. In einiger Entfernung ein paar Eisberge, und die immer anwesenden Vögel, die die kleinsten Aufwinde über den Wellen suchen, um möglichst mit geringem Energieaufwand zu fliegen.

Um 23 Uhr waren wir wieder zurück und ich war endlich einmal vor Mitternacht im Bett.

Liebe Grüße, Regine

14.1.2006

Wind 1 bis 2, Wellen 1 bis 1,5 Meter, 1 Grad, Sonne

Gestern war Freitag der 13., heute ist Samstag der 14. und anfangs hatte ich das Gefühl, es würde ein Samstag werden ...

Heute möchte ich nicht viel schreiben. Eigentlich möchte ich gar nichts schreiben. Meine Ma und viele meiner Freunde lesen das Tagebuch und ich weiß, dass sie sich um mich sorgen ... Aber ich bin ja hier, um zu erzählen, was hier vorgeht und wie es uns dabei ergeht.

Heute Morgen sind wir wieder in die Boote gestiegen. Ich wie immer in der ersten Schicht. Die Feuerlöschpumpe lief hervorragend, die Jäger der Yisshin Maru Nr. 2 haben lange gar keinen Wal entdecken können.

Ich möchte an dieser Stelle nicht in die Einzelheiten gehen, nur so viel: Die Japaner sind ab heute bereit unseren Tod in Kauf zu nehmen. Die Granate der Harpune detonierte direkt neben meinem Boot, der Wal wurde nicht getroffen. Das war unser Glück. Die nächste Crew hatte weniger Glück. Die Granate flog quasi zwischen unseren Leuten hindurch, detonierte direkt vor dem Boot im Wal, und das plötzlich stramm werdende Seil riss den Fahrer ins Wasser. Es ist zum Glück - und es war Glück! - niemandem etwas passiert.

Was alles in einem vorgeht oder was auch nicht, darüber kann ich jetzt nicht berichten. Ich denke, ihr habt Verständnis dafür.

Liebe Grüße, Regine

13.01.2006

Wind 1, See 0,5 Meter, 4 Grad, Sonne

Freitag der Dreizehnte ... die Sonne scheint strahlend vor einem azurblauen Himmel. Es hätte ein schöner Tag sein können. Wenn wir einen anderen Grund hätten hier zu sein.

Zwei Uhr: Die Maschine der Arctic Sunrise wird gestartet. Ich wache davon auf. Das Schiff setzt sich in Bewegung. Ich fühle anhand der Schiffsbewegungen, dass wir gutes Wetter haben. Ich schlafe wieder ein. Sechs Uhr: Wecken. Boote in einer Stunde zu Wasser, in 20 Minuten Besprechung auf der Brücke. Anziehen, die Bootfahrerklamotten liegen bereit, Zähne putzen, schnell in die Messe. Oh, jemand hat Kaffee gekocht! Schnell einen Becher greifen, Kaffee rein und ab auf die Brücke. Einsatzbesprechung! Auf dem Radar sehen wir eines der Fangschiffe zur Nisshin Maru fahren. An den hängen wir uns den ganzen Tag! Halb sieben, wieder drei Stockwerke runter, schnell in die Messe, zwei Müsliriegel greifen. Ich mag keine Müsliriegel, vor allem nicht, wenn sie Rosinen haben. Sie haben Rosinen!

Ab in den Laderaum und rein in den Überlebensanzug. PoPaul, hast du den Safety-Koffer? Wo ist mein Helm? (Die Bootfahrer tragen Helme mit integrierter Kommunikation, wie Motorradfahrer). Und ab an Deck. Das Boot fertig machen, alle Verlaschungen lösen, Hauptbatterie an, alle Schalter checken: GPS, Funk, Hauptschalter eins und zwei, Ladestrohmschalter, alles an.

PoPaul mit auf's Boot. Handzeichen zu Andy. Alles klar, es kann abwärts gehen. Die Kranwinsch beginnt sich zu drehen, das Boot gleitet an der Bordwand tiefer. Zündschlüssel halb drehen. Warten, bis das rote Lämpchen ausgeht. Das Boot geht ins Wasser, Motor starten. Maschine läuft, Kranhaken lösen, Krangeschirr im Boot verstauen. Langsam Fahrt aufnehmen, damit die Bugleine ausgehakt werden kann.

Wir sind frei. Gleiche Geschwindigkeit wie die Arctic Sunrise, dann langsam zurückfallen lassen und von der Bordwand freikommen. Sunrise, Sunrise, hier spricht Orca, Funk-Check Orca, Sunrise, ich höre dich laut und deutlich. Sunrise, Orca, ich höre dich auch laut und klar. Langsam Gas geben, Fahrt aufnehmen und dem Fangschiff entgegen fahren. Die African Queen geht auf der anderen Seite der Arctic Sunrise ins Wasser und holt schnell auf.

Das Fangschiff verlässt gerade die Nisshin Maru, um sich auf die nächste Jagd zu machen. Wir hinterher!

Die Maschine ist gerade warm, da fängt sie an unruhig zu laufen! Nein! Das darf nicht wahr sein! 3600 Umdrehungen, sie kann mehr. Mehr kommt aber nicht! Sunrise, Sunrise. orca! Keine Antwort. Sunrise, Sunrise. orca! Immer noch nichts. Ich fahre mittlerweile neben dem Fangschiff. Die Maschine wird langsamer. 3500 Umdrehungen. Die Batteriewarnlampe geht an! Ich dreh den Zündschlüssel ein Stück zurück, die Lampe geht aus, die Anzeige auch. Sunrise, Sunrise. orca! Orca, was ist los? Ich erzähle, was los ist, sie verstehen nur die Hälfte. Nochmal. Jetzt haben sie verstanden.

Die Umdrehungen gehen zurück auf 3200. Das Fangschiff beschleunigt. Ich kann nicht mithalten. Der Ausguck zeigt nach vorne, der Harpunierer geht zum Bug. Das Fangschiff verlangsamt. Zwei, dann drei und noch ein vierter Wal fliehen 50 Meter vor dem Bug des Fangschiffes. Die African Queen fährt ein Stück voraus. Aber wir haben die Wasserpumpe an Bord. PoPaul fragt, ob er sie anmachen soll.

Okay, aber ich kann mit dem Boot nicht vor das Fangschiff fahren! Nicht, wenn ich nicht beschleunigen kann! Wir fahren jetzt seitlich 20 Meter knapp vor dem Bug. Plötzlich fünf Meter direkt vor uns vier Wale! Das Fangschiff schwenkt auf uns zu, ist direkt hinter uns ... und schneller. Ich drehe nach Backbord ab.

Das Fangschiff nimmt wieder Fahrt auf und überholt uns. Der Gashebel meines Bootes ist auf Vollgas! Die verdammte Maschine gibt nicht mehr her! Plötzlich teilen sich die Wale und gehen links und rechts aus der Fahrtlinie. Der Jäger verfolgt den Wal der nach Steuerbord geschwommen ist, verlangsamt die Fahrt. Wir holen wieder auf. Wieder knapp neben dem Bug, ein Stück davor! Der Wal holt noch ein paar mal Luft, bis der unweigerliche dumpfe Knall der Harpune durch Mark und Bein dröhnt. Wir halten an, gehen aus dem Weg, damit das Tier möglichst schnell sterben kann.

Es taucht noch ein paar Mal am Harpunenseil hängend auf. Auch als die Leine eingeholt wird und der Wal direkt vor dem Bug des Fängers ist, taucht er noch einmal auf, holt Luft und verschwindet wieder. Im Bug steht ein Mann mit einem Gewehr, wartet. Der Wal taucht auf, er schießt. Es hat fünf Minuten gedauert ... fünf Minuten, die ein so großes, intelligentes Tier mit zerfetzten Eingeweiden vergeblich gegen den Tod kämpft.

Ich fahre zurück, während die African Queen die nächste Aktion fährt. Wir kommen zurück an Bord, ich berichte Phil unserem Mechaniker was für ein Problem wir hatten. Danach bringe ich den Helm zu Neil, unserem Radio-Operator und bitte ihn, ihn zu überprüfen. Danach gehe ich langsam in den Laderaum. Lally sitzt auf der Werkbank, nimmt mich in die Arme und endlich kann ich weinen...

Regine

12.01.2006

Wind 1, See 1 Meter, 3 Grad, bedeckt, teils freundlich

In den frühen Morgenstunden beginnt die japanische Fangflotte sich in Bewegung zu setzen, um einen Abstand zu unserem Schiff herzustellen. So können sie die ersten Stunden am Tag nur von der Esperanza aus gestört werden.

Heute Mittag haben wir unsere Boote zu Wasser gelassen und haben zum wiederholten Mal den Prozess das Waletransfers auf die Nisshin Maru versucht zu verzögern.

Gestern sind über viele Stunden keine Wale zum Fabrikschiff gebracht worden. Vielleicht lag es an dem Banner, welches wir an Bord mitführten, auf welchem die verantwortlichen Firmenlogos gemalt sind.

Heute haben wir das Banner während des Transfers dicht am Wal ins Wasser gebracht. Anschließend haben die Boote wieder die Verfolgung der Fangschiffe aufgenommen, um mit den Wasserlöschpumpen den Jägern wieder die Sicht zu nehmen. Diese Methode ist bisher die wirksamste, denn dagegen können die Japaner keine Gegenstrategie entwickeln!

Auf einem Schiff gibt es immer Arbeiten, die getan werden müssen, auch neben den Aktionen. es muss ja alles weiter laufen! Sauberkeit an Bord ist wichtig, damit sich keine Infektionen ausbreiten, die erwischen sonst alle. Auch die Wachgänge kann man nicht einfach aussetzen. Die Boote müssen nach den Einsätzen wieder klargemacht werden. Und es ist nicht immer damit getan, dass wir auftanken. Dann muss der Dieselfilter gewechselt werden, die Feuerlöschpumpe braucht eine neue Verankerung oder eine bessere Abdeckung, das Hydrauliköl muss geprüft werden usw.. Denn beim nächsten Einsatz muss ja alles reibungslos weiterlaufen! Banner müssen fertig gemacht werden, Leinen, Haken, Bojen, alles immer einsatzbereit und am besten auf Vorrat!

Und so merke ich langsam, wie wir allmählich müder werden. Es geht nicht nur mir so. Die tägliche Anspannung, das Auf und Ab, die Wechselbäder der Gefühle, die viele Arbeit fangen an, ihren Tribut zu fordern. Die Zeiten der Konzentrationsfähigkeit werden kürzer, wir müssen uns schneller abwechseln. Wir können bald nicht mehr die Einsätze der anderen vom Schiff aus verfolgen, wir müssen uns zwingen, auch diese Zeiten zum Schlafen, zum Ausruhen zu nutzen, auch wenn einem so gar nicht danach zumute ist! Dazu kommt noch, dass der Schlaf auf einem Schiff nicht unbedingt der erholsamste ist ...

Liebe Grüsse, Regine

10./11.2006

Wind 1, See 1 Meter, 2 Grad, trocken, teils freundlich

Die beiden letzten Tage haben wir von morgens bis abends Aktionen gefahren. Zum Glück ist die See zurzeit recht ruhig, da ist das Fahren und Manövrieren leichter.

Wir konnten wieder die Jagd hinauszögern. Auch wenn am Ende fast immer der Wal getötet wird, so bedeutet es ja doch, dass für andere Tiere Zeit gewonnen wird und dass sie entkommen können.

Nach einiger Zeit der Verfolgung werden die Tiere einfach müde und kommen außer Atem. Sie müssen immer öfter auftauchen und der Abstand zu den Jägern wird mit der Zeit unweigerlich kleiner, bis irgendwann der Schuss aus der Harpune kommt. Manchmal schießen sie daneben, weil sie durch unsere Schlauchboote irritiert werden, dann ist wieder etwas Zeit gewonnen.

Die Wasserfontänen aus unseren Feuerlöschpumpen sind recht wirksam, bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir einmal in die falsche Richtung steuern...

Gestern fuhren wir gleich morgens hinter der Nisshin Maru her und warteten auf den ersten Jäger. Alle Jagdschiffe waren am frühen Morgen hinter dem Horizont gewesen. Fast hätte man die Fahrt mit dem Schlauchboot genießen können, wäre nicht der Grund unserer Anwesenheit gewesen.

Das Wetter war freundlich, kein Wind und sehr weite Sichtverhältnisse in der klaren Luft. Plötzlich wurde ich am Horizont einer bisher untypischen Form ansichtig. War das Land? Konnte das Land sein? Kleine dunkle Kegel schienen aus einer tiefliegenden Wolkenschicht emporzusteigen. Nein, wir waren doch noch so weit weg. Ich musste aber immer wieder hinsehen und nach einer Stunde unveränderten Anblicks fragte ich auf der Arctic Sunrise über Funk nach. Tatsächlich! Nach 53 Tagen auf See: Land in Sicht! Antarctica! Auch wenn wir es wohl nicht betreten werden, ein Anblick, der einem das Herz doch auf einmal öffnet! Meine Crew war sofort in derselben Stimmung wie ich und so erlebten wir wieder einen ganz besonderen Moment dieser Tour zusammen.

Es sind Momente wie diese, die die Crew, die Aktivisten zusammenschweißen. Unterschiedlichste Menschen aus allen Ländern der Welt. Verschiedenste kulturelle Hintergründe und Mentalitaten sind sich plötzlich einig, kämpfen zusammen für ein gemeinsames Ziel!

Eigentlich hätte ich heute schon längst im Boot sitzen müssen, aber die Nisshin Maru ist noch weit außer Reichweite, was bedeutet, dass sie mit einer entsprechend hohen Geschwindigkeit fährt. Und das bedeutet: keine Jagd...

Aber ich denke, wir werden sie in ein paar Stunden einholen, denn sie können sich kaum noch Tage ohne Jagd leisten... Dann sind wir wieder da und werden unsere Einsätze weiter fahren!

Davon dann morgen mehr!

Liebe Grüße, Regine

09./10.01.2006

Wind 3 bis 6, See 1 bis 4 Meter, um 2 Grad, bewölkt, Schneeschauer, teils freundlich

Seit die Nisshin Maru den Ort der Kollision verlassen hat, sind wir ihr wieder auf den Fersen. Und so hat es wieder drei fangfreie Tage gegeben! Auch jetzt ist das Fabrikschiff wie es scheint noch immer auf der Flucht!

Immer mehr Regierungen werden jetzt eingeschaltet, immerhin bestehen die Crews von Esperanza und Arctic Sunrise aus 20 verschiedenen Nationen. Seit dem ersten Tag unserer Begegnung haben sich die Japaner ausgesprochen aggressiv und skrupellos gezeigt.

Gestern und heute hatte ich endlich einmal frei! Normalerweise ist von Samstagmittag bis Montag früh frei. Nur nicht für die, die auf Wache sind. Mich stört das wenig, nur nach den Aktionen hatte ich doch mal das Bedürfnis ausschlafen zu können. Bei meinem Abeitsrhythmus sind meist nur maximal sechs Stunden Schlaf am Stück drin. So habe ich es genossen, dass unser Schiff nur am Fahren war und ich viel Zeit hatte: schlafen, lesen, Video gucken, schreiben und Gespräche mit den Kollegen.

Es ist wichtig, dass wir darauf achten fit zu bleiben. Die Zeit auf einem Schiff ist kräftezehrend, sowohl physisch als auch psychisch. Vor allem auch, weil man nie weiß, was kommt. Wie lange werden wir diesmal fahren, bis die Japaner die Jagd wieder aufnehmen? Was passiert weiter auf politischer Ebene?

Zumindest das Wetter wird gerade wieder etwas freundlicher. Hoffen wir, dass die Wale weiterhin fangfreie Tage erleben! Und das im wahrsten Sinne des Wortes!

Liebe Grüße, Regine

08.12.2006

Wind 1, See 1 Meter, 2 Grad, teils bewölkt

Sonntags in der Antarktis!

Heute haben Anne (Deckhelferin und Medizinerin) und Barbara (Deckhelferin) Geburtstag! Um zwanzig nach sechs öffnete sich meine Kabinentür und Anne, die auf Wache war, fragte mich, ob ich heute Morgen eine Aktion fahren könne.

Nun, dafür bin ich ja hergekommen. Obwohl sehr früh und noch die sechs Stunden hartes Fahren von vorgestern in den Knochen, stand ich auf und war zehn Minuten später auf der Brücke. Hier folgte die Einsatzbesprechung. Wir wollten das Kühlschiff Oriental Blue, mit einem Spruch versehen. Das Schiff hatte sich gestern Abend zur Nisshin Maru dazugesellt.

Noch vor sieben Uhr waren wir mit Orca (vormals Grey Whale, aber das ist eine andere Geschichte!) auf dem Wasser. Jari, unser Kameramann, und Kate, unsere Fotografin, wurden von Billy G., einem der Schlauchboote der Esperanza abgeholt.

Wir fuhren bei fast glatter See und geradezu freundlichem Wetter zur Oriental Blue und dem längsseits vertäuten Fabrikschiff Nisshin Maru. Um zwei Uhr in der Frühe hatte das Umladen des gefrorenen, in Kartons und auf Paletten verpackten Walfleisches begonnen. Das Umladen hatte die Crew der Esperanza mit Tweety unserem Hubschrauber dokumentiert.

Wir hatten jetzt erwartet, dass wir wieder mit Feuerlöschschläuchen begrüßt werden. Aber weit gefehlt! Ein paar Crewmitglieder der Oriental Blue standen an der Reling, winkten uns freundlich zu und beobachteten unser Treiben. Wir schrieben die Worte: Walfleisch aus einem Schutzgebiet auf die Steuerbordseite des Rumpfes, so dass man es weithin lesen kann. Auch am Heck, unter Namen und Herkunft des Schiffes, schrieben wir Walfleisch.

Während unserer Aktion wurden die Leinen losgeworfen und das Kühlschiff begann langsam loszufahren. Wir waren mit der Beschriftung an der Seite noch nicht ganz fertig, aber das konnten wir auch leicht während der Fahrt erledigen. Die heutige Aktion konnte ich sogar genießen! Keine Wasserwerfer, kein Blut und kein Wal, der unmittelbar neben einem harpuniert wird und noch ewig lange an der Harpune hängend um sein Leben kämpft!

Dafür hatten sich gestern einige grausame und blutige Szenen ereignet, deren Brutalität und Kälte mir gestern jedes Wort darüber unmöglich gemacht hatten.

Ein verwundeter Wal versuchte dem Fangschiff zu entfliehen. Es hat sechs Schuss mit der Harpune gebraucht, wovon zwei getroffen haben. Der erste Schuss hatte dem Wal ein Loch in den Rücken gerissen, aus dem das Blut in Fontänen herausschoss. Der sechste Schuss dann verankerte das Seil im Körper des Tieres und es brauchte danach noch einmal weitere 30 Minuten, bis der Wal elend verendet war... Ich weiß nicht, wie man innerlich gestrickt sein muss, um einem Lebewesen so etwas antun zu können...

Der heutige Sonntag hatte für uns aber noch mehr auf Lager. Nach der Anmalaktion kehrten wir zurück zur Arctic Sunrise. Die Nisshin Maru war ebenfalls losgefahren und fuhr plötzlich der Arctic Sunrise in ihren Kurs und verursachte so eine Kollision! Das war eindeutig ein Akt der Piraterie, deren uns die Japaner so gerne bezichtigen! Wir hatten nach internationalem Seerecht eindeutig Vorfahrt!

Noch bevor wir mit unserem Schlauchboot wieder an Deck genommen waren, erschien die Farley Mowat, das Schiff der Sea Shepherd Conservation Society. Die Nisshin Maru ist jetzt wieder in Fahrt und die Fangschiffe haben wir den heutigen Tag noch nicht gesehen. So sind wir wieder einmal auf der Jagd nach den Jägern. Und es hat wieder einen fangfreien Tag gegeben: Sonntags in der Antarktis!

Liebe Grüße, Regine

07.01.2006

Wind 1, See 1 Meter, 2 Grad, überwiegend bewölkt

Gestern erreichte uns eine wunderbare Nachricht! Eine Firma aus Argentinien hat angedroht, ihre Verträge mit der Firma Nissui zu kündigen, sollten sie weiterhin im Walfang aktiv sein! Die Firmen Nissui und Gortons sind in Walfang und Vermarktung des Walfleisches involviert. So ist der erste Schritt getan, um wirtschaftlichen Druckan entsprechender Stelle ausüben zu können! Und der erste Schritt ist bekanntlich der Wichtigste! Beide Firmen sind übrigens nicht in Deutschland tätig.

Es ist wirklich erstaunlich, in welcher Art und Weise die Japaner eine dreiste Lüge nach der anderen in die Welt setzen! Sie forschen ja nun lange genug im Walschutzgebiet. Doch sie haben immer noch keine gesicherten Unterlagen über die Bestände der Wale. Es gibt genügend weltweit anerkannte Wissenschaftler, die bestätigen, dass man Wale nicht töten muss, um sie zu erforschen.

Ich meine, was ist das für ein Wahnsinn: Da muss ich erst einmal töten, was ich erforschen will? Und wenn die Spezies dann ausgestorben ist: Oh, tut mir leid, ich hatte gedacht ... Aber das ist ja nur das Deckmäntelchen. Wale sind auch das einzige wissenschaftliche Untersuchungsobjekt, dessen Fleisch hinterher in Restaurants und Supermärkten landet. Walforschung ist offenbar die einzige Wissenschaft, die sehr lukrativ ist, die wenig kostet und viel Geld einbringt.

Weiterhin behaupten die Japaner, wir würden versuchen, ihre Schiffe zu entern! Sie sagen das, damit man uns der Piraterie anklagen kann! Außerdem seinen die Wasserkanonen, die so stark sind, dass man ernsthaft verletzt werden kann, für UNSERE Sicherheit da. Auch die Behauptung, wir hätten versucht, ihre Schiffe zu rammen, entbehrt jeder Grundlage.

Es ist schon schwierig hier mit der grausamen Realität konfrontiert zu sein und sich dann auch noch solche Lügen anhören zu müssen. Ich persönlich frage mich manchmal, ob sie das nicht machen, um uns zu provozieren. Allerdings ist es schwer, jemanden zu provozieren, der sich der Gewaltfreiheit verschrieben hat.

Wir sprechen hier an Bord oft darüber, was wohl in den Menschen auf den Walfangschiffen, in dem so genannten Forschunsginstitut und auch den japanischen Politikern vorgehen muss, dass sie tun, was sie tun. Der Grund dafür ist Geld und steht außer Frage - 40 Millionen Dollar sind eben eine Hausnummer!

Liebe Grüße, Regine

06.01.2006

Wind 3, See 1,5 Meter, 2 Grad, teils bewölkt

Gestern Abend haben auch wir die Fangflotte eingeholt. Die Japaner machen meist regelmäßig gegen sieben Uhr Feierabend. So lagen die Nisshin Maru und unsere Schiffe die ganze Nacht friedlich, innerhalb weniger Meilen beieinander. Die Maschinen waren aus und wir ließen uns treiben.

So pünktlich wie Feierabend gemacht wird, so pünktlich fangen sie wieder an. Die Fangschiffe waren schon am Abend außer Sichtweite. So konnten alle drei Fangschiffe morgens ungestört mit der Jagd beginnen.

Die Schlauchboote der Esperanza und Arctic Sunrise wurden ebenfalls früh zu Wasser gelassen. Wir fuhren mit vier Booten zur Nisshin Maru, um auf das erste Fangschiff zu warten. Kaum dass es seine Position steuerbords achterlich des Fabrikschiffes eingenommen hatte, begannen die Vorbereitungen für den Transfer des toten Wales.

Wir wollten ein Schwimmbanner an dem Transferkabel befestigen. Meine Aufgabe war es, das Seil für das Banner in Reichweite des Kabels zu bringen. Die Nisshin Maru ist mit unglaublich starken Wasserwerfern ausgetattet. Die Sicht war gleich null, als wir uns dem Kabel oder dem Wal auf etwa fünf Meter genähert hatten. Eine einzige Wasserschlacht, wobei die Wasserwerfer sehr schmerzhaft sind. Man hat alle Hände voll zu tun, um sich festzuhalten.

Es war unmöglich, einen Haken an dem Seil zu befestigen. Auch nicht, als wir genau neben dem Wal herfuhren, während er zur Rampe der Nisshin Maru gezogen wurde. Aber die effektiveren Einsätze konnten sofort danach aufgenommen werden: Wir machten uns wieder an die Verfolgung der Jagdschiffe. Bei ein bis zwei Meter hohen Wellen und einer Geschwindigkeit von über 20 Knoten war das ein kräftezehrendes Unterfangen.

Aber wir sind ja zu Mehreren. So konnte ich nach über sechs Stunden Fahrt zurück zur Arctic Sunrise fahren und mich ablösen lassen. Wir haben das Fangschiff recht lange verfolgt, bevor es einen Wal gesichtet hat. In der Zwischenzeit wurde ich abgelöst und so fuhr die African Queen zwischen den Wal und die Harpune, um den Abschuss zumindest hinauszuzögern...

Meine Wache bleibt mir nicht erspart und so werde ich um Mitternacht (in 25 Minuten!) totmüde in meine Koje fallen! Und wie es aussieht, geht es morgen weiter...

Liebe Grüße, Regine

05.01.2006

Wind 1 bis 2, See 1 Meter, 0 Grad, bewölkt

Sie jagen wieder!

Gestern Abend ereilte uns die Nachricht, dass die Jagd auf die Wale wieder begonnen hat. So konnten die Walfänger kurz nach dem Auftanken sieben Wale erlegen. Die Fangboote waren schon entsprechend früh losgefahren.

Heute haben sie sechs Wale erlegt. Die Crew der Esperanza arbeitet bereits den ganzen Tag daran, mit den Schlauchbooten die Jagd zu erschweren. Die Arctic Sunrise fährt wieder mit voller Kraft, so dass das ganze Schiff vibriert! Wir sind nicht mehr weit entfernt und alle sind darauf vorbereitet, sofort die Einsätze zu starten.

Der heutige Tag wurde zum größten Teil mit der Herstellung von Bannern verbracht. Alles ist geschäftig und heute reden wir nicht viel miteinander. Jeder ist auf seine Arbeit konzentriert und in Gedanken schon wieder bei dem blutigen, grausamen Abschlachten der Wale. Es werden weitere Pläne konkretisiert, um neben der Abschuss-Vereitelung noch weitere Zeit für die lebenden Tiere herauszuschlagen.

Beim Schreiben merke ich, wie meine Gedanken schon abschweifen, wie ich mich innerlich darauf vorbereite abzuschalten. Abschalten, damit ich die Einsätze ruhig, konzentriert und sicher fahren kann. Denn das ist das Beste, was ich für die Wale tun kann. Ich hoffe, ihr habt Verständnis, wenn ich jetzt etwas kürzer angebunden bin. Ich liebe meine Arbeit, aber manchmal muss man dafür auch einen Preis zahlen, zum Beispiel an Tagen wie diesen...

Bis bald, Regine

04.01.2006

Wind 1, See 0,5 Meter, 3 Grad, bewölkt

Zum Glück ist die See seit Tagen ruhig! Nur das graue Einheitswetter erinnert zunehmend an zu Hause, wenn das Schmuddelwetter zum Lieblingsthema wird... Da kann man sich hier allerdings noch über Eisberge, Wale und Vögel freuen.

Heute hab ich den blauesten Eisberg gesehen, der mir bisher begegnet ist! Zugegeben, es war nicht wirklich ein Berg, eher ein Hügel, aber von bizarren, schönen Formen und eben einem kräftigen Hellblau, welches genauso klirrend kalt und gläsern aus sich heraus leuchtet wie das Polarblau des Wassers! Leider (oder zum Glück?) fotografiere ich mit einer Spiegelreflexkamera und mache Dias. Also muss der blaue Eisberg noch bis zum Diaabend warten, bis er den geneigten Betrachtern gezeigt werden kann...

Die japanische Fangflotte ist wieder auf dem Weg nach Süden, was nur bedeutet, dass die Jagd auf die Wale in Kürze wieder losgeht! Nun, sie hatten eine kurze Verschnaufpause, immerhin bisher zehnTage. Ich denke,

wir werden für wenigstens einige Tiere nicht nur eine Pause, sondern ein weiteres Jahr erkämpfen können!

Ich denke, es geht den anderen wie mir: Wissend, dass wieder Einsätze kommen, muss man sich doch mental darauf vorbereiten. Vor den ersten Aktionen konnten wir das nicht, denn letztlich hatte keiner eine Ahnung, was einen wirklich erwartet. Den Tod dieser Tiere hat man schon vielfach im Fernsehen gesehen, auf Bildern, Berichte gelesen. Wir haben uns viele Videos angesehen, um zu studieren, worauf wir achten müssen... Und wenn auch diese Eindrücke schon schrecklich sind, so ist doch immer noch ein Filter dazwischen.

Gut dass wir ausgeruht in die nächsten Einsätze gehen können. Ich habe noch nie solch anstrengende drei Stunden in einem Schlauchboot verbracht wie zu Beginn der Aktionen im Südpolarmeer!

Ich befürchte, es wird nicht mehr lange dauern, bis wir die Schlauchboote wieder zu Wasser lassen müssen...

Liebe Grüße, Regine

02./03.01.2006

Wind 1, See max. 1 Meter, 3 Grad, bewölkt, teils Nebel

An dieser Stelle möchte ich mich für die vielen Zuschriften bedanken, die uns täglich erreichen. Sowohl in Deutschland, als auch über die internationale Homepage! Zuschriften, in denen ihr uns aufmuntert, mit uns hofft und bangt, euch für unseren Einsatz bedankt, uns Tipps gebt und uns zeigt, dass wir weltweit Unterstützung haben! Und mal ganz ehrlich: das tut sehr gut!

Hier gibt es Neuigkeiten, die nicht so gut sind. Das Fabrikschiff der Japaner, die Nisshin Maru, hat aufgetankt und ist wieder unterwegs. Immerhin sind jetzt seit dem letzten Aktionstag zwölf Tage vergangen! Das hat es, seit Greenpeace hier Einsätze fährt, noch nicht gegeben! So viele fangfreie Tage.

Als ich heute Abend Wache auf der Brücke hatte, beobachtete ich einige Eisberge um uns herum, in deren Nähe oft kleine so genannte growler treiben. Kleine Abbrüche der Eisriesen, die unter Umständen für das Schiff gefährlich werden können. Etwas weiter entfernt, direkt vor uns entdeckte ich zwei eher komisch geformte growler, die sich schnell als Blass von Walen entpuppten!

Es blieb nicht bei den zwei Fontänen, es kamen noch drei weitere hinzu! Und auf die Entfernung konnte man deutlich große dunkle Rücken erkennen. Durch das Fernglas konnten wir fünf Buckelwale beobachten, von denen einer zweimal seine Fluke seitlich aus dem Wasser hielt. Es machte den Eindruck als ob er sich um die eigene Achse drehte. Es waren die ersten Buckelwale auf dieser Fahrt!

Etwa eine Stunde später durften wir Zeuge werden, wie ein großer Eisberg kollabierte und um rund 45 Grad abkippte! Mit großen Fontänen und einer Flutwelle bewegte sich der Eisberg wie in Zeitlupe! Was für ein Glück, dass ich meine Kamera dabei hatte! Und was für ein Glück, dass wir weit genug davon entfernt waren.

Ich hoffe, ihr hattet einen guten Start ins neue Jahr.

Liebe Grüße, Regine

01.01.2006

Wind 1, See 0,5 Meter, 4 Grad, Sonne

Neujahr! Heute ist wie ein Geschenk! Wir haben die Uhren um vier Stunden zurückgestellt. So hat unser Neujahrstag 28 Stunden! Die Sonne scheint vor einem azurblauen Himmel und erwärmt das Schiff, so dass man stundenlang draußen auf dem Helideck sitzen kann!

Wir haben gestern natürlich gefeiert. Der Seegang erlaubte eine Feier, die diesmal nicht vom hin- und herrutschen im Laderaum geprägt war! Der Übergang in dieses Jahr wurde von allen zusammen auf der Brücke verbracht. Da die Feier bis in die frühen Morgenstunden ging, war das Schiff zu meinem 8-Uhr-Wachturn herrlich still, wie leergefegt!

Den restlichen Tag habe ich zum großen Teil an Deck verbracht. Die Sonne steht am Himmel, der nicht ganz das gläserne, kalte Polarblau des Wassers hat. Dieses Blau, das aus der Tiefe leuchtet, gibt es nirgendwo anders! Wir fahren an Eisbergen vorbei, deren Formen einen wie die Wolken dazu verführen, die Fantasie Purzelbäume schlagen zu lassen! Da steht plötzlich ein Hund auf einer Eisscholle, ein Gesicht lächelt überdimensional in den Himmel und aus einem erfrorenen Vulkan steigt plötzlich eine Wasserfontäne auf.

Die Wasseroberfläche ähnelt heute eher einem verträumten See in der Sommersonne. Millionen glitzernde Lichtreflexe funkeln in unzähligen kleinen Wellentälern. Als ob jemand verschwenderisch eine Hand voll Diamanten verstreut hätte. Eines hat die Natur im Überfluss zu bieten: Schönheit!

Unsere unermüdlichen Begleiter habe ich nun Stunde um Stunde beobachten können. Und ich behaupte nun, sie haben einen heiden Spaß am Fliegen! Stundenlang fliegen sie synchron hintereinander her. Immer den gleichen Weg, hochsteigend vor dem Schiff, dann seitlich wie Düsenjäger steil zum Wasser abfallend, einen Bogen schlagend und hinter den Schlauchbooten wieder zur Brücke. Kurz, nur einen Meter neben dem Fenster vorbei, bevor es wieder vor dem Schiff nach oben geht.

Es scheint, dass ältere Vögel den jüngeren zeigen, wie es geht. Der Hintere fliegt meistens etwas zappelig, den Unregelmässigkeiten der Windböen nicht trauend. Sie müssen lernen, in diesen Winden zu fliegen. Auch in den Stürmen. Sogar bei Windstärke 11 waren noch zwei Vögel beim Schiff. Tobten selber durch den wütenden Wind, als ob er ihnen gerade recht käme!

Sie fliegen oft lange ohne nach Futter zu suchen. Sie fliegen einfach, um des Fliegens willen. Vielleicht brauchen sie diese Leidenschaft, damit sie gut genug sind, hier bestehen zu können.

Von der Front der Walfänger gibt es weiter nichts zu berichten. Sie fahren und fahren und fahren ... und sie jagen NICHT! Bereits seit acht Tagen!

Liebe Grüße, Regine

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