Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Alle Schiffe, die kein Piratenfischer sind, halten an ...

Mit Volldampf ist am Donnerstag ein potenzieller Piratenfischer den kiribatischen Beamten an Bord des Greepeace-Schiffes Esperanza entwischt. Die Dongwon 117, die zu einer Flotte koreanischer Industriefischer im Westpazifik gehört, flüchtete in internationale Gewässer - trotz der über Funk gegebenen Anordnung, umzukehren. Das Schiff sollte auf die Ankunft eines kiribatischen Patrouillenbootes warten, das die Dongwon 117 in einen Hafen geleiten sollte. Dort wollten die Fischereibehörde des Inselstaates Schiff und Ladung genauer unter die Lupe nehmen.

  • /

So ein Verhalten ist äußerst suspekt, sagt Lagi Toribau, Greenpeace-Meeresexperte an Bord der Esperanza. Sich über behördliche Anweisungen hinwegzusetzen, ist ein typisches Vorgehen von illegalen Fischern. Sie räubern die Meere aus und schaden den Menschen vor Ort. Wir rufen alle Pazifikstaaten auf, wachsam zu sein und die verdächtigen Piratenfischer im Auge zu behalten.

Bekannt ist, dass die Dongwon seit über einem Jahr auf See ist. Während dieser Zeit ist sie kein einziges Mal der Verpflichtung nachgekommen, ihre Fänge offiziell zu deklarieren. So lässt sich verschleiern, was für und wie viel Fisch aus dem Meer geholt wurde. Greenpeace fordert von der Fischereikommission für den westlichen und Zentralpazifik - zu der auch Korea gehört - sowie von der Regierung in Seoul die Dongwon sofort aus den Zulassungsregistern zu streichen.

Das Hoheitsgebiet des Inselstaates Kiribati erstreckt sich über eine Meeresfläche von rund 3,5 Millionen Quadratkilometer - das entspricht etwa der halben Fläche Australiens. Zur Überwachung dieses Gebietes steht nur ein einziges Patrouillenboot zur Verfügung.

Andere Nationen, wie beispielsweise Korea, nutzen diesen Mangel an Überwachungsmöglichkeiten aus und fangen Tunfische in großen Mengen. Die weltweite Piratenfischerei ist ein Riesengeschäft: durch sie entsteht jährlich ein Schaden von rund sieben Milliarden Euro. Im Pazifik verdienen Piratenfischer viermal so viel, wie den kleinen Pazifikstaaten zusammen an Gebühren für Fanglizenzen gezahlt wird.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Mehr zum Thema

Tiefseeparadies im Atlantik

Die Tristan Languste galt als ausgerottet am Tiefseeberg Vema. Eine Greenpeace-Expedition konnte jetzt ihre Rückkehr dokumentieren – dank  eines 2007 verhängten Fischereiverbots.

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.