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Abstimmung bei IWC: Walschutzgebiete bleiben erhalten

Auch am zweiten Tag des Jahrestreffens der Internationalen Walfangkommission (IWC) musste die japanische Regierung eine Niederlage einstecken. Sie hatte versucht, das Walfangverbot und bestehende Walschutzgebiete aufzuheben. Doch der Antrag auf das so genannte Überarbeitete Bewirtschaftungssystem (Revised Management Scheme, kurz RMS) ist am Dienstag mit 23 zu 29 Stimmen abgelehnt worden. Die großen Wale sind vorerst weiter geschützt.

Ebenfalls am Dienstag wurde ein Bericht zur Gesamtsituation der Wale auf der IWC veröffentlicht. Der Bericht macht einmal mehr deutlich, dass die Wale vielfältigen Bedrohungen durch die Menschen ausgesetzt sind. Hunderttausende großer und kleiner Wale, hauptsächlich Delfine, sterben jedes Jahr als lukrativer Beifang in den Fischernetzen. Die Tiere verfangen sich in den Netzen und ersticken qualvoll.

Thomas Henningsen, Wale-Experte bei Greenpeace und gegenwärtig als Beobachter bei der IWC, berichtet: In der Pause war ich am Fischmarkt, um nach Walfleisch zu suchen. Tatsächlich fand ich zwei Verkaufsstände, die Wal- und Delfinfleisch anboten. Das Fleisch stammt aus Beifängen und wird hier für sehr viel Geld angeboten.

Das 57. Jahrestreffen der IWC findet vom 20. bis 24. Juni in der südkoreanischen Stadt Ulsan statt. Rund 300 Delegierte der über 80 IWC-Mitgliedsländer treffen sich, um über Fragen rund um das Thema Walfang zu entscheiden. Das Gastgeberland Korea hat sich bei der Abstimmung zum RMS übrigens neben vier weiteren Ländern enthalten. (Autorin: Ute Szczepanski)

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