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Weltbank-Studie: Agrosprit treibt Welthunger an

Und es ist doch der Agrosprit: 75 Prozent des Preisanstiegs bei Lebensmitteln gehen auf das Konto des pflanzlichen Treibstoffs. So zu lesen in einer vertraulichen Studie der Weltbank. Sie wurde der britischen Zeitung The Guardian zugespielt - kurz vor Beginn des G8-Gipfels in Japan.

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Der Bericht beruht auf der bislang detailliertesten Analyse der weltweiten Lebensmittelkrise. Der renommierte Ökonom Don Mitchell hat den Preisanstieg Monat für Monat verfolgt und mit anderen Faktoren verlinkt: Wie viel Getreide wurde für Sprit statt Nahrung verwendet? Wie viele Bauern haben Ackerflächen für die Agrosprit-Produktion freigestellt? Welchen Einfluss hatten Spekulationen an der Börse?

Die Studie zeigt das ganze Ausmaß des Irrwegs Biosprit, kommentiert Greenpeace-Expertin Ulrike Kallee. Er führt nicht nur zur Abholzung der letzten Urwälder dieser Erde. Er ist auch DER maßgebliche Faktor für die derzeitige Hungerkrise.

Dabei werden derzeit gerade einmal zwei Prozent der weltweiten Anbaufläche für Biosprit-Pflanzen verwendet. In Europa sollen bis zum Jahr 2020 zehn Prozent des Treibstoffs aus Pflanzen gewonnen werden. Greenpeace hat ausgerechnet: Wenn dieses Beispiel Schule macht, sprießen bald auf 14 Prozent der weltweiten Anbaufläche Getreide, Mais, Raps, Soja oder Ölpalmen für Agrosprit.

Dann werden noch mehr Menschen hungern müssen, damit Autofahrer ungehindert Gas geben können. Es ist ein Irrsinn, überdimensionierte deutsche Autos mit sogenanntem Biosprit zu füttern, warnt Kallee. Sie fordert die deutschen Autobauer auf, ihre Spritschlucker endlich aufzugeben. Die EU, allen voran Kanzlerin Merkel, müsse die Beimischung von Agrosprit zu Diesel und Benzin stoppen.

US-Präsident George W. Bush wird die Studie nicht gefallen. Er hatte behauptet, vor allem der höhere Konsum der Inder und Chinesen habe zur Verknappung und damit Verteuerung geführt. Auf dem kommenden G8-Gipfel in Japan wollen sich die Industriestaaten mit den gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreisen auseinandersetzen. Für diese Diskussion kommt die durchgesickerte Weltbank-Studie gerade recht.

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