Greenpeace-Kids fordern mehr Bienenschutz

„Weil man sie retten muss“

Sie haben 26.000 Bienenretter-Unterschriften gesammelt und wissen, was zu tun ist. Deshalb haben Greenpeace-Kids heute Landwirtschaftsminister Christian Schmidt in Berlin besucht.

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Was in ihrer Macht steht, haben die Greenpeace-Kids für die Rettung der Bienen getan: Sie haben Blumen gesät, Schulprojekte initiiert und Unterschriften gesammelt. Jetzt sind die Erwachsenen dran – allen voran Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Deshalb hat eine Delegation der jungen Umweltaktivisten heute 26.000 Bienenretter-Unterschriften an Minister Schmidt übergeben. Sie wollen ihn an seine Verantwortung ihrer Generation gegenüber erinnern: „Wir brauchen die Bienen. Sie sind wegen der Bestäubung eines der wichtigsten Nutztiere“, sagt die elfjährige Emma aus Neuruppin. „Herr Schmidt muss dafür sorgen, dass alle Pestizide verboten werden, die für Bienen giftig sind!“

Nahrung für Bienen

Seit Frühjahr 2015 sind Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland für den Schutz der Bienen unterwegs. Einige sind sogar bis nach Brüssel gefahren, um dort bei einem Pestizid-Symposium über die bedrohliche Situation für die Bienen zu informieren. Andere wie Clara aus Ahrensburg bei Hamburg haben aus Brachflächen bunte Blumenwiesen gezaubert, „damit die Bienen wieder was zu fressen haben.“

Wie anstrengend es sein kann, solch eine Speisekammer für Bienen anzulegen, erzählt das Team aus Kiel. Erst musste Laub geharkt, dann Unkraut gejätet werden. Doch das Ergebnis hat sich gelohnt – bis Oktober wuchs die Bienennahrung. Die gleiche Anstrengung fordern die Kinder auch von der älteren Generation: „Rettet die Bienen, weil man sie retten muss!“

Pestizidverbot lückenhaft

Und da ist in der Politik noch viel Luft nach oben. Zwar hat die EU im Jahr 2013 ein Verbot von vier besonders bienengefährdenden Pestiziden erlassen - darunter die drei Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam sowie Fipronil. Allerdings ist es nur zeitlich begrenzt und so lückenhaft, dass hierdurch kein wirklicher Schutz für Bienen und andere Bestäuber zu erwarten ist.

So ist zum Beispiel in Deutschland keine Anwendung von Fipronil erlaubt. Allerdings darf Zwiebelsaatgut im Ausland damit behandelt und dann in Deutschland ausgebracht werden. „Dieses Verbot schützt Bienen so wenige vor Pestiziden, wie ein Nudelsieb vor Sonnenbrand“, sagt Christiane Huxdorff, Umweltwissenschaftlerin und Expertin für Landwirtschaft bei Greenpeace. „Wenn es Schmidt ernst ist mit dem Bienenschutz, dann muss er gefährliche Pestizide sofort verbieten.“

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