Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Unverändert hohe Pestizidbelastung in Obst und Gemüse

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am Donnerstag den Jahresbericht Lebensmittelüberwachung 2007 vorgestellt. Schon seit Jahren steigen die Pestizidbelastungen in Obst und Gemüse massiv an und erreichen immer häufiger gesundheitsgefährdende Werte. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

  • /

Erst vor wenigen Wochen hat Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer das staatliche Reduktionsprogramm Chemischer Pflanzenschutz durch einen Nationalen Aktionsplan ersetzt. Greenpeace Chemie-Experte Manfred Krautter sieht darin keinen Gegenkurs und hofft nun auf die Supermarktketten.

Sie bieten unter dem Druck der Greenpeace-Kampagne gegen Pestizide im Essen verstärkt Ware mit geringer Pestizidbelastung an, sagt Krautter. Dafür setzen sie auf intensivere Kontrollen und Maßnahmen zur Verringerung des Pestizideinsatzes bei ihren Lieferanten.

Verbraucherschutzbehörden wie das BVL haben gegen diesen höchst bedenklichen Trend kaum etwas unternommen. Dabei sind Pestizide höchst umweltschädigend und machen krank. Krautter weist dringlichst auf eine Veränderung in der Landwirtschaftspolitik hin: Mit dieser Politik Seehofers gegen Verbraucher und Lebensmittelhandel drohen die Pestizidbelastungen bald noch weiter zu steigen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Keime außer Kontrolle

Nährstoffe und antibiotikaresistente Bakterien in Gewässern in Deutschland – Ergebnisse von Greenpeace-Analysen und einer Mess- und Informationstour durch 21 Städte

Mehr zum Thema

Verbindlich werden

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner schlägt eine weitere freiwillige Haltungskennzeichnung für Fleisch vor. Doch das hilft nicht. Verpflichtende Regelungen müssen her.

Schlechter Einfluss

Die Massentierhaltung hinterlässt Spuren auch jenseits der Stallmauern. Greenpeace untersuchte europäische Gewässer und fand insbesondere Antibiotika und Pestizide.

Keime im Fluss

Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, verbreiten sich über Gülle in Gewässern. Greenpeace fordert systematische Kontrollen und eine artgerechte Tierhaltung.