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Rückverfolgbarkeit ist wichtig

Pferdefleisch statt Rindfleisch entdeckten Lebensmittelbehörden unter anderem in Großbritannien in Fertiggerichten. Hier handelt es sich ganz klar um Verbrauchertäuschung. Doch der Verzehr von Pferdefleisch ist nicht nur gesellschaftliches Tabu, er kann möglicherweise auch Risiken bergen.

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In der letzten Woche ist in vielen Fertigprodukten, darunter Lasagne und Burger, Pferdefleisch gefunden worden. Laut Beschriftung sollten die Produkte allerdings ausschließlich Rindfleisch enthalten. In der EU sind bisher Großbritannien, Irland, Spanien, Frankreich und Schweden betroffen, in Deutschland gibt es noch keine aufgedeckten Fälle. Woher das nicht deklarierte Pferdefleisch kommt, ist unklar. Produzenten der Fertigprodukte schieben die Verantwortung an die Zulieferer weiter.

"Der aktuelle Lebensmittelskandal zeigt, wie unübersichtlich die europäischen Warenströme inzwischen sind", sagt Jürgen Knirsch, Experte für nachhaltigen Konsum von Greenpeace. "Damit Produkte auch enthalten, was auf der Verpackung steht, fordert Greenpeace klare Herkunftsangaben. Der Lebensmittelhandel muss gute und gesunde Lebensmittel mit Systemen der Rückverfolgbarkeit über alle Verarbeitungsstufen anbieten."

Derartige Herkunftsangaben schlägt Greenpeace beispielsweise auch für Fischereiprodukte vor.

Problematisch sind die aktuellen Befunde in zweierlei Hinsicht. Ist Pferdefleisch nicht als solches deklariert, verstößt dies gegen das Lebensmittelrecht. Allerdings kann Pferdefleisch auch mögliche Gesundheitsrisiken bergen, nämlich dann, wenn das Tier mit bestimmten Medikamenten behandelt wurde.

Pferde, insbesondere Hochleistungspferde, werden häufig mit Phenylbutazon behandelt. Dieser Wirkstoff hilft gegen Schmerzen und Fieber. Für Menschen ist er nur in Ausnahmefällen zugelassen, denn er hat schwere Nebenwirkungen wie Magenentzündungen und Magenblutungen. Auch für Pferde, die in die Fleischproduktion gehen, ist dieser Wirkstoff verboten - jedoch nur in der EU. Bei importiertem Fleisch aus Drittländern muss nachgewiesen werden, dass die Tiere nicht mit Phenylbutazon behandelt worden sind. Doch Tatsache ist auch: In anderen Ländern können Pferde aus dem Rennsport durchaus in der Fleischproduktion landen.

Bereits 2012 bemängelte die EU Medikamentenpässe von Pferdefleisch aus Mexiko. Die fehlende Kennzeichnung von Pferdefleisch ist schon Mitte Januar bei Produkten in Großbritannien und Irland aufgefallen - durch stichprobenartige Lebensmittelkontrollen, also im Prinzip zufällig. Die Produkte in Großbritannien wurden zum ersten Mal auf Pferdefleisch untersucht. Es ist durchaus möglich, dass sie in dieser Zusammensetzung bereits über Jahre hinweg verkauft wurden.

Bezogen auf Deutschland bedeutet das für Jürgen Knirsch folgendes: "Bundesministerin Aigner muss aus der Serie von Lebensmittelskandalen während ihrer Amtszeit Konsequenzen ziehen und die in Länderhand befindliche Lebensmittelkontrolle stärker koordinieren und besser unterstützen."

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