Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Putenkauf: Irreführung von Verbrauchern

Putenprodukte des italienischen Agrarkonzerns Agricola Italiana Alimentare (A.I.A.) bleiben bedenklich. Greenpeace-Recherchen ergaben, dass die Puten des Konzerns weiterhin mit genmanipuliertem Soya gefüttert werden. In den Knochen der Tiere sind immer noch Rückstände des Antibiotikums Tetracyclin nachzuweisen, das in der Massentierhaltung eingesetzt wird.

 Im Juni hatte Greenpeace veröffentlicht, dass in Putenkeulen des A.I.A.-Konzerns Antibiotika gefunden wurden. Daraufhin verschwanden die Produkte vorsorglich aus dem Sortiment der Geschäfte. Inzwischen bieten insbesondere die Handelsketten Tengelmann, Kaufhof und Walmart das Putenfleisch wieder an, obwohl der A.I.A.-Konzern nichts an seinen Futter- und Haltungsbedingungen geändert hat.

Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover fanden im September in 75 Prozent der Proben abermals Rückstände. Erst im Oktober und November sanken die Werte. Greenpeace vermutet, dass A.I.A. nun andere Medikamente benutzt, die sich schwerer nachweisen lassen.

Erst tun Kaufhof und Tengelmann so, als handelten sie im Interesse der Kunden. Einige Tage später schieben sie die Puten wieder klammheimlich ins Regal, als sei nichts gewesen, sagt Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. Wir fordern die Supermärkte auf, die A.I.A.-Produkte erst wieder ins Regal zu legen, wenn sich der Konzern zu einer besseren Tierhaltung verpflichtet und kein Gen-Soja mehr verfüttert. (abu)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Keime auf Abwegen

Wie Gülletransporte antibiotikaresistente Keime und Antibiotikarückstände verbreiten - Testergebnisse von Proben aus Niedersachsen und Auswertung von Transportdaten

Mehr zum Thema

KEIME AUF ACHSE

Aus Zentren der industriellen Tierhaltung werden mit Gülle antibiotikaresistente Keime in entfernte Regionen getragen. Die Afrikanische Schweinepest bringt weitere Risiken mit sich.

Klimaschädliche Subventionen

Der Abbau klimaschädlicher Subventionen kann den Bundeshaushalt um 46 Milliarden Euro jährlich entlasten und massiv CO2-Emissionen einsparen. Das zeigt eine neue Studie.

„VERPATZTE CHANCE“

Angeführt von Julia Klöckner haben die EU-Agrarministerinnen und Agrarminister, ebenso wie das Parlament, die Agrarwende verpasst. Die Kommission muss einen neuen Aufschlag wagen.