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Umweltkriminalität in Indien

In einem am Sonntag veröffentlichten Bericht über Unternehmenskriminalität hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace indische Unternehmen angeklagt, für die großflächige Pestizidverseuchung im Bundesstaat Kerala verantwortlich zu sein. Die Firmen Hindustan Insecticides Ltd. und Plantation Corporation of Kerala würden Tausende Menschenleben gefährden, heißt es in dem Report.

Allein im Distrikt Kasaragod sind mindestens 20.000 Menschen aus 15 Ortschaften in unsäglicher Bedrängnis, weil das Unternehmen Plantation Corporation seine Cashew-Plantagen aus der Luft mit dem Pflanzengift Endosulphan besprüht. Die Umweltschützer bezeichnen das Vorgehen der Firma als das vernichtendste Umweltverbrechen der jüngsten Zeit. Flüsse und Teiche seien durch den Einsatz der hochgiftigen Chemikalie verseucht worden. Seit 1980 gehen Klagen bei der Landwirtschaftsbehörde ein - ohne Erfolg.

Der indische Greenpeace-Experte Manu Gopalan berichtete in einem Interview, dass Hindustan Insecticides Ltd. Abwässer in einen fabriknahen Fluss leite, die außer Endosulphan auch DDT und andere Chemikalien enthielten. Dennoch werden keine Schritte gegen die Unternehmen eingeleitet. Greenpeace wirft der indischen Regierung deshalb Versagen vor. Etliche Fachbehörden und wissenschaftliche Institutionen wie die Landwirtschaftsuniversität von Kerala befürworten die Verwendung von Chemikalien wie Endosulphan sogar weiterhin. (sit)

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