Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Pestizidobst: Keine Geheimsache mehr

Transparent und zeitnah: Als erstes Bundesland veröffentlicht jetzt Nordrhein-Westfalen (NRW) die Untersuchungsergebnisse der Lebensmittelüberwachung ohne Anonymisierung in einem Pestizidreport. Im Internet können Verbraucherinnen und Verbraucher nachlesen, wie stark Erdbeere, Salat oder Paprika in NRW mit Pestiziden belastet sind.

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Neu dabei ist: Die Verbraucher erfahren auch, welche Supermärkte miese Ware verkauft haben und aus welchen Ländern sie kommt. Die Aufschlüsselung zeige, welche Handelsketten strengere Anforderungen an die Eigenkontrolle ihres Obst- und Gemüseangebotes stellen, heißt es auf der Internetseite des Landwirtschafts- und Verbraucherministeriums. Jährlich werden dazu rund 3000 Obst- und Gemüseproben aus dem In- und Ausland auf Rückstände von bis zu 600 Pestiziden untersucht. Und die Ergebnisse werden laufend aktualisiert.

Wir begrüßen den Schritt NRWs sehr, jetzt umfassende Daten zur Belastung von Obst und Gemüse zu veröffentlichen. Endlich erfahren Verbraucher, welche Supermärkte schlechte Ware anbieten. Diese Informationen gab's bisher nur von Greenpeace, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Nun stehen die anderen Bundesländer in der Pflicht, gleichfalls Transparenz zu schaffen.

Greenpeace fordert seit Jahren von den Lebensmittelüberwachungsbehörden, die Namen der Verkäufer und Produzenten beanstandeter Ware zu veröffentlichen. In England oder Dänemark ist dies längst üblich. In zwei Studien zur Lebensmitteluntersuchung in Deutschland hatte Greenpeace detailliert die vorhandenen Mängel belegt: So müssten die Anzahl der Kontrollen erhöht und die Wirksamkeit von Sanktionen gegen Verstöße deutlich verbessert werden. Viele Labors sind zudem auf einem veralteten technischen Stand.

Gerade hat auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angekündigt, am kommenden Freitag, den 31. August, bundesweite Untersuchungsdaten von Obst und Gemüse zu veröffentlichen. Dort will man fortan regelmäßig über Belastungstrends berichten. Auch dies eine Aufgabe, die Greenpeace seit Jahren anmahnt.

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