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Chemisches Labor klagt wegen angeblicher Qualitätsgutachten

Lidl unter Druck

Eines der in der von Lidl bundesweit geschalteten Zeitungsanzeige genannten Labors geht rechtlich gegen den Discounter vor. Das berichtete die Stuttgarter Zeitung am Montag und berief sich auf die Auskunft der Hamburger Anwaltskanzlei Prinz. Für das chemische Labor Piorr aus Neulußheim (Rhein-Neckar-Kreis) habe man eine einstweilige Verfügung gegen Lidl erwirkt. Demnach darf Lidl nicht mehr den Eindruck erwecken, das Labor habe für oder im Auftrag von Lidl das dort gehandelte Obst bzw. Gemüse begutachtet.

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Als Reaktion auf den von Greenpeace veröffentlichten Ratgeber Pestizide aus dem Supermarkt, in dem Lidl das Schlusslicht bildet, hatte der Discounter vergangene Woche bundesweit eine ganzseitige Anzeige geschaltet. In der Anzeige hieß es, dass anerkannte vereidigte Sachverständige die Qualität von Obst und Gemüse bei Lidl in über 4500 Gutachten pro Jahr bestätigten. Die Kanzlei Prinz fordert nun von Lidl einen Widerruf in gleicher Größe und Aufmachung der ursprünglichen Anzeige.

Von den beiden anderen in der Anzeige genannten Labors, dem chemischen Institut Burkon in Nürnberg und der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) Speyer, bestätigte nur Burkon, dass die Nennung im Artikel rechtens sei. Der wissenschaftlich-technische Direktor der Lufa hingegen sagte, ein Großmarkt, für den die Lufa Gutachten erstelle, habe angefragt, ob man den Namen des Labors nennen dürfe. Von Lidl sei dabei keine Rede gewesen.

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