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Künast freut sich über mehr Pestizide

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hat am Donnerstag auf die am Vortag von Greenpeace veröffentlichten Pestizid-Untersuchungsergebnisse in Früh-Erdbeeren reagiert. In einer Stellungnahme feierte sie die alarmierenden Befunde als Erfolg.

Titel der Veröffentlichung: Künast: Grenzwerte bei Pflanzenschutzmitteln schaffen mehr Sicherheit für den Verbraucher. Greenpeace hatten jedoch festgestellt, dass die Grenzwerte nur deshalb seltener als zuvor überschritten wurden, weil das Verbraucherschutzministerium die erlaubte Giftmenge zum Teil drastisch erhöht hat.

Wir wollen deshalb Künasts Stellungnahme nicht unkommentiert lassen. Unser Chemieexperte Manfred Krautter: Die Erklärung Künasts ist eine fundamentale Fehl- und Uminterpretation der Originalergebnisse. Ministerin Künast schreibt, das Ergebnis des Greenpeace-Tests sei ein Erfolg für die Maßnahmen des Bundesverbraucherschutzministeriums zur nachhaltigen Reduzierung der Höchstmengen-Überschreitungen. Das ist Verbrauchertäuschung!

Noch nie waren die vom Greenpeace-EinkaufsNetz seit 2003 untersuchten Früh-Erdbeeren so stark mit Pestizidrückständen belastet wie in diesem Jahr. Dass die Quote der Höchstmengenüberschreitungen zurückging, beruht keineswegs auf einer geringeren Pestizidbelastung, sondern allein auf der Tatsache, dass das Bundesverbraucherministerium die zugehörigen Grenzwerte bis um das 20-fache angehoben hat.

Greenpeace hat der Ministerin Künast einen offenen Brief zu dem Thema geschickt.

Lesen Sie hier unsere Befunde nach: Giftrekord in Früh-Erdbeeren

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