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Kampagne in Indien gegen Pestizide

Auf dem alten Gemüsemarkt in Bangalore, Südindien, versammelten sich am Freitag mehr als 100 Greenpeace-Aktivisten und indische Prominente. Sie forderten ein Verbot von Pestiziden und die Förderung der biologischen Landwirtschaft. Ihr Ziel: eine große Bewegung in Gang zu bringen, die Druck auf die indische Regierung und den Obersten Gerichtshof ausüben kann.

Ban Pesticides (Verbietet Pestizide) war auf den gelben Stirnbändern der mit grünen Jacken bekleideten Aktivisten zu lesen. Kavitha Kuruganti vom indischen Greenpeace-Büro begründete die gerade erst begonnene Kampagne mit den Worten: Die Inder sind etlichen weit überhöhten und lebensgefährlichen Pestizid-Rückständen in Nahrungsmitteln und Wasser ausgesetzt. Das belegen sogar Studien der Regierung!.

Nach Greenpeace-Angaben ergab eine Studie des Indian Council of Medical Research, dass über die Hälfte der Nahrungsmittelproben aus ganz Indien mit Pestizid-Rückständen belastet sind. In 20 Prozent der Fälle

lagen die Werte über dem erlaubtem Grenzwert. Die von indischen und ausländischen Firmen verkauften Pestizide enthielten Endosulphane, Methylparathione und Organophosphate, welche in vielen Entwicklungsländern verboten sind.

Ein Großteil der Inder sei sich der daraus resultierenden Gesundheitsrisiken wie Krebs, Immunschwäche und Geburtsschäden nicht bewusst, so Greenpeace. Die indische Sängerin und Schauspielerin Vasundhara führt dies auf gezielte Desinformation der indischen Bauern durch die Pestizid-Lieferanten zurück. Die Zulieferfirmen betrügen die Bauern durch die Behauptung, dass Gemüse, Reis und Weizen durch die Nutzung von Pestiziden gesünder werde.

Die Aktion in Bangalore fand spontanen Beifall. Mehr als 5.000 Bauern und 600 Verbraucher unterschrieben die Forderung, die nun den Behörden überreicht werden soll. Ähnliche Aktionen in anderen Landesteilen sind bereits geplant.

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