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Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen

Die Pestizidbelastung von Obst, Gemüse und Getreide hat drastisch zugenommen. Dies berichtet jetzt die EU-Generalkommission für Gesundheit und Verbraucherschutz auf ihrer Internetseite. In dem Zeitraum von 1996 bis 2002 haben sich die Grenzwertüberschreitungen von Pestiziden fast verdoppelt. Ein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher kann die Kommission nicht mehr ausschließen. Viele Pestizide können das Hormonsystem schädigen, die Fortpflanzung beeinträchtigen und Krebs verursachen.

Der Überwachungs-Bericht der EU-Kommission birgt einen ausgemachten Lebensmittelskandal, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Gegen kein Gesetz wird in der EU wohl so oft verstoßen wie gegen das Lebensmittelgesetz! Auf den Tellern der Verbraucher landen täglich millionenfach zu hoch mit Spritzmitteln belastete Lebensmittel.

Anfang diesen Monats veröffentlichte Greenpeace eine eigene Studie. Es wurden Paprika aus verschiedenen Supermärkten auf Pestizidrückstände untersucht. Hierbei stellte sich heraus, dass bei 27 Prozent der Proben die gesetzlichen Grenzwerte überschritten wurden. Außerdem enthielten sie bis zu 20-mal mehr Pestizide als gesetzlich erlaubt. Mit verantwortlich dafür sind auch die schlechten Kontrollen der Lebensmittelüberwachungsbehörde, so Krautter. Erst im letzten Jahr wurde in einer Greenpeace-Studie der Lebensmittelüberwachung in Deutschland die Note mangelhaft verliehen.

Greenpeace fordert, dass diese Kontrollen verschärft werden. Unser Essen ist immer stärker mit unzulässigen Spritzmitteln belastet, ohne dass die Mitgliedsländer wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen, sagt Krautter. Große Lebensmittelketten setzen ihre Lieferanten für Obst und Gemüse massiv unter Preisdruck. Produziert wird so immer mehr giftgespritze Massenware statt Qualitätslebensmittel. Lediglich Bio-Lebensmittel sind in der Regel rückstandsfrei. (agi)

Den Bericht der EU-Kommission finden Sie unten.

Die Zusammenfassung der Testergebnisse von Greenpeace können Sie herunterladen (PDF, 195 kb).

Publikationen

Pestizide in Paprika

Rund ein Drittel der in acht großen deutschen Supermarktketten angebotenen Paprikaschoten sind bedenklich mit Pestizidrückständen belastet. Von den insgesamt 13 untersuchten Proben stammten 11 aus konventionellem und zwei aus biologischem Anbau. Wichtigste Importländer für Paprika sind Spanien, die Türkei und die Niederlande.

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