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Gefährliche Spritzmittel sollen um 40 Prozent reduziert werden

Einzelhandel fordert besseren Schutz vor Pestiziden

Mensch und Umwelt müssen noch besser vor gefährlichen Pestiziden geschützt werden. Dazu hat jetzt auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) die Bundesregierung und die EU aufgerufen. Wie jetzt bekannt wurde, fordert der Verband, dass der Einsatz der Spritzmittel in Deutschland um 40 Prozent reduziert und die Pestizidbelastung von Lebensmitteln und die gesetzlichen Grenzwerte gesenkt werden soll. Zudem setzt sich der HDE für ein deutlich verschärftes Zulassungsrecht für Pestizide in der EU ein.

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Dem Einzelhandel gehören in Deutschland rund 400.000 selbständige Unternehmen mit insgesamt 2,7 Millionen Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von 395,8 Milliarden Euro an. Die Stimme des Verbands hat bei der Politik Gewicht. Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace, sieht die Positionierung des HDE daher positiv. Das ist ein wichtiger und sinnvoller Anstoß, um die Verbraucher und die Umwelt vor gefährlichen Pestiziden zu schützen. Die drittgrößte deutsche Wirtschaftsbranche hat erkannt, dass solche Gifte vom Markt verbannt gehören und Pestizid-Rückstände im Essen erheblich gesenkt werden müssen. Dies, und nicht der Wille der Chemieindustrie, muss zur Leitschnur für das neue EU-Recht werden, das derzeit in Brüssel verhandelt wird!

Krautter fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, sofort ein neues Reduktionsprogramm für Pestizide vorzulegen. Das bisherige Programm des Ministeriums taugt nichts. Die Pestizidbranche macht Rekordprofite, während Landarbeiter, die Verbraucher und die Umwelt unter den Lasten zu leiden haben. Die deutschen Supermarktketten seien bereits aktiv und wollten den Kunden bessere Ware mit weniger Pestiziden bieten. Sie müssten nun endlich auch von der Politik wirksam unterstützt werden.

Einen Überblick der Greenpeace-Arbeit zu gefährlichen Spritzmitteln geben wir Ihnen im Bereich Pestizide & Lebensmittel.

 

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