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BVL bezieht Stellung zur Pestizid-Studie

Am Freitag hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit einer Stellungnahme auf die Greenpeace-Studie reagiert. Nach wie vor bleiben darin wesentliche Fragen ungeklärt und das BVL hat notwendige Maßnahmen gegen den Einsatz illegaler Pestizide noch immer nicht ergriffen.

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Das BVL weist in seinem Bericht darauf hin, dass die Überprüfung der Proben auf Pestizidrückstände ausschließlich Aufgabe der Länderbehörden sei. Diese führten Kontrollen durch und schickten die Ergebnisse zum BVL, wo sie zusammengefasst und in einem Jahresbericht veröffentlicht würden.

Greenpeace fordert das BVL auf, die Ergebnisse nach nicht zugelassenen Wirkstoffen zu überprüfen und die Erkenntnisse zeitnah zu veröffentlichen.

Aus rechtlichen Gründen sei es dem BVL zum Zeitpunkt der Anfragestellung nicht möglich gewesen, Greenpeace alle relevanten Daten zur Verfügung zu stellen. Greenpeace fordert diese Informationen nunmehr erneut ein.

Das BVL muss mit dafür Sorge tragen, dass die Bundesländer Fälle, in denen der Verdacht auf einen illegalen Pestizideinsatz besteht, verfolgen, die Ursachen aufklären und wirksame Präventionsmaßnahmen einleiten, so Manfred Krautter, Chemieexperte bei Greenpeace.

Eine Anfrage seitens Greenpeace an den BVL-Präsidenten Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg blieb bisher unbeantwortet. Greenpeace hatte den BVL-Chef aufgefordert, tätig zu werden.

Außerdem ist nicht geklärt, welche Maßnahmen das BVL selbst einleitet bzw. zu welchen es anderen Behörden angesichts der illegalen Nutzung von Pestiziden rät.

Es besteht der Verdacht, dass der Einsatz nicht zugelassener Pestizidwirkstoffe für die Schädigung von Bienenvölkern mit verantwortlich ist. Greenpeace fordert deshalb eine Überprüfung möglicher Schäden illegaler Pestizidanwendungen auf Bienen durch das BVL. Auch dazu geht das BVL in seiner Stellungnahme nicht ein.

Letzte Woche hatte Greenpeace den Bericht Illegale Pestizide in Obst und Gemüse aus Deutschland veröffentlicht. Insgesamt wurden demnach in deutschen Lebensmitteln 59 in Deustchland nicht zugelassene Pestizide nachgewiesen, von denen acht auch als hochgiftig für Bienen gelten.

Machen Sie mit: Am 18. und 19. September tagen die Verbraucherschutzminister. Fordern Sie die Verantwortlichen auf, wirksame Maßnahmen gegen das illegale Geschäft mit gefährlichen Lebensmitteln zu beschließen. Fordern Sie auch, dass veröffentlicht wird, wer gegen das Pflanzenschutzrecht verstoßen hat. Hier geht es zur Mitmachaktion.

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