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Bevorzugt Lidl die Deutschen?

In einem Schreiben protestierten am Dienstag 18 unabhängige Umwelt- und Verbraucherorganisationen aus 14 Ländern gegen die unterschiedlichen Standards zwischen deutschen und anderen europäischen Lidl-Filialen. Die Verbände fordern Einkaufsabteilungsleiter Pötter auf, den europäischen Standard schnellst möglich auf deutsches Niveau anzuheben.

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Der Discounter Lidl brachte sich in der Vergangenheit mehrfach in Verruf, indem er bei Lebensmittelkontrollen extrem schlecht abschnitt. In dem von Greenpeace herausgegebenen Lebensmittelratgeber wurden beispielsweise die katastrophalen Pestizidwerte für Obst und Gemüse aufgedeckt. Lidl gelobte Besserung. So sind mittlerweile diverse Bio- und Fair Trade-Produkte im Sortiment zu finden. Obst und Gemüse haben inzwischen konsequent Pestizidwerte, die ein Drittel unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen.

Das alles ist erfreulich, doch warum geht das nur in Deutschland? Nach wie vor werden in den übrigen europäischen Staaten Lebensmittel angeboten, in denen der Giftanteil das erlaubte Maximum weit überschreitet. Jetzt heißt es wohl hoffen, dass Lidl sich als transferfähig erweist und erkennt, dass auch sonst niemand Gift in seinem Essen haben will.

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