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Patent auf embryonale Stammzellen abgewiesen

Die Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) in München hat am Dienstag ein umstrittenes Patent auf menschliche embryonale Stammzellen endgültig abgewiesen. Das Patent der englischen Universität Edinburgh umfasste menschliche Embryonen, die gentechnisch manipuliert und zur Stammzellengewinnung gezüchtet wurden. Greenpeace hatte das Patent im Februar 2000 aufgedeckt und Beschwerde eingelegt.

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Der Greenpeace-Einspruch wurde damals von 10.000 Menschen unterstützt. Im Juli 2002 widerrief das EPA das Patent EP 695351 weitgehend. Die Universität Edinburgh legte Beschwerde gegen die Beschränkung ein.

Nach sieben Jahren wurde jetzt endlich der Schlusspunkt hinter einen der strittigsten Fälle der Patentgeschichte gesetzt, kommentiert Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace. Wir hoffen, dass sich das Edinburgh-Patent als Präzedenzfall für ähnliche Patentanträge auf menschliches Leben durchsetzen wird.

Derzeit genehmigt das Europäische Patentamt jedoch immer mehr Patente auf Pflanzen, Tiere und menschliche Gene. Then: Die natürlichen Ressourcen der Erde werden unter Konzernen und Forschungsinstituten verteilt. Schon jetzt hat das zu Behinderungen in der medizinischen Forschung und zur weitgehenden Monopolisierung in der Landwirtschaft und Saatgutproduktion geführt.

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