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Nitrofuran in Hähnchenfleisch entdeckt

Greenpeace hat einen neuen Fall von Nitrofuran in Nahrungsmitteln aufgedeckt. Das gefährliche Antibiotikum wurde in Hähnchennuggets der Firma Salto nachgewiesen, die exklusiv für das Handelsunternehmen Rewe produziert werden. Die Substanz ist seit 1993 in der EU verboten. Sie steht im Verdacht, Krebs auszulösen und das Erbgut zu schädigen.

Das Fleisch stammt von Hühnern aus Massentierhaltung. Nitrofurane im Geflügel sind schon seit Monaten ein Problem in der EU. Nachdem die Untersuchungsämter in Geflügel und Shrimps fündig wurden, müssen sie derzeit alle Importe aus Thailand und Brasilien prüfen. Auch die jetzt entdeckte Ware stammt aus Brasilien, worüber der Verbraucher auf der Verpackung aber nicht informiert wird.

Rewe sollte Billig-Produkte aus der Massentierhaltung aufgeben, sonst kann der Konzern den Verbrauchern keine Sicherheit bieten, fordert Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. Viele Menschen haben belastete Produkte längst gegessen, bis Analysen aus dem Labor vorliegen. Verbraucherschutz bedeutet, dass Unternehmen wie Rewe schon die Tierhaltung kontrollieren. Zu Mitteln wie Nitrofuran greifen die Massentierhalter dann, wenn die Krankheiten im Stall so schwer sind, dass die zugelassenen Mittel nicht mehr ausreichen. Das ist ein Zeichen für miserable Tierhaltung. (abu)

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