Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Herber Rückschlag für Monsanto-Herbizid

Das weltweit genutzte Unkrautvernichtungsmittel Roundup verliert nach Berichten von Wissenschaftlern an Effektivität. Als Ursache gilt der kommerzielle Erfolg des Herbizids. Jahrelang wurde die Chemikalie gleichzeitig mit dem resistenten, genmanipulierten Saatgut von Soja, Baumwolle und Getreide eingesetzt. Dadurch entwickelten über zwei Drittel der unerwünschten Pflanzen im Laufe der letzten Jahre eine Resistenz gegen das Produkt der US-amerikanischen Firma Monsanto.

Gleichzeitig warnen die Wissenschaftler: Ein Ersatz für das weitverbreitete Unkrautbekämpfungsmittel gibt es derzeit nicht. Schuld daran ist die weltweite Vormachtsstellung des Agrochemiegiganten Monsanto. Kleinere Konkurrenzunternehmen reagierten in der Vergangenheit darauf, indem sie ihre Ausgaben im Forschungssektor zurückfuhren, so dass jetzt kaum Alternativen angeboten werden können.

Wissenschaftliche Beratergremien, wie die Weed Science Society of America, empfehlen nun, den Einsatz von Roundup einzuschränken. Die Folgen für Monsanto könnten gravierend sein. Über 40 Prozent seines Jahresumsatzes in Höhe von 4,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet das Unternehmen mit seinem Unkrautvernichtungsmittel. Nach einem Umsatzrückgang von 18 Prozent im letzten Jahr gilt das Unternehmen in Börsenkreisen schon als Übernahmekandidat. (dst)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Über die Verhältnisse

Deutschland hat seine Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Für alles, was ab jetzt konsumiert wird, zahlen kommende Generationen und andere Länder die Zeche. 

Im Dunkeln tappen

Obwohl Kund:innen wissen möchten, wie die Tiere fürs Schnitzel gehalten werden, gibt es an den Fleisch-Bedientheken der Supermärkte meist keine ausreichende Information.

Mahnmal verfehlter Politik

Die abgebrannte Tierfabrik steht für die perverse Entwicklung der Schweinehaltung und darf auf keinen Fall wieder aufgebaut werden.