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Gesucht: Wege gegen den Hunger

Mehr als eine Milliarde Menschen leiden Hunger und die Zahl steigt täglich an. Mit dieser menschlichen Katastrophe wird sich vom 16. bis 19. November in Rom der Welternährungsgipfel der FAO (Food And Agriculture Organisation) befassen. Er wird eingeleitet mit einem Forum am kommenden Wochenende. Thema: Wie kann die Welt im Jahr 2050 ernährt werden und welche landwirtschaftlichen Möglichkeiten stehen dafür zur Verfügung?

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Greenpeace hat im Vorfeld dieses hochrangigen Treffens einen neuen Report veröffentlicht: Agriculture at a Crossroads: Food for Survival. Der Bericht stellt die Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Nahrungskrise und Landwirtschaft dar. Er macht deutlich, dass wir neue ökologische Wege in der landwirtschaftlichen Produktion einschlagen müssen, wenn wir die Welternährung sichern und den Klimawandel beeinflussen wollen.

Wir können nicht so weitermachen wie bisher, warnt Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Bis zu einem Drittel der Treibhausgase weltweit stammen aus der Landwirtschaft. Monokulturen, der hohe Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, die Zerstörung der Regenwälder für den Anbau von Energie- oder Futtermittelpflanzen, und die Monopolisierung von Saatgut durch Patente von großen Agrarkonzernen und Gentechnikfirmen gehören zu den Ursachen der heutigen Krise.

Der Greenpeace-Report fasst die wichtigsten Aussagen und Analysen des UN-Weltagrarberichts IAASTD (International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Developtment) zusammen, an dem über 400 Wissenschaftler aus aller Welt mitgearbeitet haben. Die Kernaussage: Nur eine radikale Wende in der Agrarpolitik und -forschung kann die Ernährung der Weltbevölkerung sichern, ohne die ökologischen Grundlagen der Landwirtschaft zu zerstören. Wende, das heißt: kleinbäuerliche Strukturen, angepasste Technologien und gerechte Land- und Ressourcenverteilung.

Die politisch Verantwortlichen müssen endlich mutig sein und diese radikale Wende mit konkreten Schritten einläuten. Reine Symbolhandlungen und leere Versprechen reichen nicht mehr aus. Die von hohem Energieeinsatz und Chemikalien abhängige industrielle Landwirtschaft, die auch auf den Einsatz von riskanten Gen-Pflanzen setzt, darf nicht weiter staatlich unterstützt werden, fordert Töwe.

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