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Wildschweine als Versuchskaninchen der Gentechnik-Industrie

Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat heute einen Antrag von Greenpeace für den Schutz von Wildtieren vor Gen-Pflanzen abgewiesen. Zusammen mit einem Jäger, dessen Waldflächen sich in der Nähe eines Gen-Mais-Ackers bei Klein-Lüsewitz (Mecklenburg-Vorpommern) befinden, hatten wir Klage gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingereicht.

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Damit sollte erreicht werden, dass der Freisetzungsversuch des BVL nur dann zulässig ist, wenn Wildzäune aufgestellt werden, die verhindern, dass die Gen-Pflanzen von den in der Region lebenden Wildschweinen gefressen werden.

Denn vier der fünf im Versuchsanbau bei Klein-Lüsewitz freigesetzten Gen-Mais-Linien haben weder für den Anbau noch für Lebens- und Futtermittel eine EU-Zulassung. Daher ist dieser Gen-Mais als Tierfutter illegal. Zudem gibt es für die vier Gen-Pflanzen noch keine Risikobewertung der zuständigen EU-Behörde EFSA (European Food Safety Authority).

Mit diesem Urteil werden Wildschweine zu Versuchskaninchen für die Gentechnikindustrie. Ohne Umzäunung fressen die Tiere den Gen-Mais, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Ihr Fleisch kann anschließend in den Handel gelangen.

Brendel kritisiert die Entscheidung: Werden Gen-Pflanzen zu Versuchszwecken angebaut, müssen Umwelt und Tiere bestmöglich geschützt werden. Mit diesem Urteil erteilt das Gericht jedoch einen Freifahrtschein für die Ausbreitung von illegalen und riskanten Gen-Pflanzen.

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