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Vierte Schlappe für Müller vor Gericht

Am Donnerstag hat das Oberlandesgericht Stuttgart als zweite Instanz gegen den Molkereikonzern Müller entschieden. Greenpeace-Aktivisten hatten am 18. Dezember 2004 in Supermärkten in der Region Tübingen über Gen-Futter für Kühe, deren Milch von Müller verarbeitet wird, informiert. Dazu markierten sie Kühlregale mit gelb-schwarzen Absperrbändern. Das wollte die Molkerei gerichtlich verbieten lassen. Doch in einem Urteil vom 6. März 2005 beanstandete das Landgericht Tübingen in erster Instanz die Greenpeace-Aktivitäten nicht. Müller ging dagegen beim Oberlandesgericht Stuttgart in Berufung.

Das heutige Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart kommentiert die Greenpeace-Gentechnikexpertin Ulrike Brendel: Der Molkereikonzern Müller verlor heute zum vierten Mal in einem Berufungsverfahren gegen die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Auch das Oberlandesgericht Stuttgart wertete das Recht der Greenpeace-Aktivisten auf freie Meinungsäußerung und Verbraucherinformation höher als Müllers wirtschaftliche Interessen.

Durch das Urteil kann Greenpeace Verbraucher im gesamten Bundesgebiet - auch in Supermärkten - weiter darüber informieren, dass genmanipulierte Futtermittel bei der Milcherzeugung von Müller zum Einsatz kommen. Statt Geld und Zeit in endlose gerichtliche Auseinandersetzungen zu stecken, sollte Müller lieber in eine Fütterung der Milchkühe ohne Gen-Pflanzen investieren, fordert Brendel. Damit würde er sein Markenimage stärken und das Vertrauen der Verbraucher gewinnen. Insbesondere der Müller-Marke Weihenstephan, die den Verbrauchern als Qualitätsprodukt verkauft und die mit dem Begriff Alpenmilch beworben wird, steht eine Herstellung mit Gen-Futter ganz schlecht zu Gesicht.

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