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Verunreinigen Gentechnikkonzerne absichtlich Saatgut?

In Australien mehren sich die Fälle von herkömmlichen Rapssaatgut, das mit Samen von Gen-Pflanzen verunreinigt ist. Die irrsinnige Reaktion der Politik: Toleranzlevel heraufsetzen. Für die nächsten beiden Anbausaisons gilt ein Anteil von 0,5 Prozent Verunreinigung als hinnehmbar, danach dann nur noch 0,1 Prozent. Gentechnikexperte John Hepburn von Greenpeace Australia sieht darin einen Freibrief für die Gentechnikkonzerne.

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Die Gen-Rapsverunreinigungen sind eine direkte Folge der Inkompetenz und Sorglosigkeit der Gentechnikfirmen, erklärt Hepburn. Sie versuchen uns davon zu überzeugen, dass man ein bisschen schwanger sein könne. Aber mal ernst, auch wenn es zynisch klingt, es scheint so, als ob die Gentechnikkonzerne weltweit eine bewusste Strategie der Verunreinigung verfolgen. So als wollten sie damit den Widerstand gegen ihre Produkte brechen.

Doch Hepburn warnt: Solche Verunreinigungen werden sich ausbreiten, wenn man ihnen nicht mit strikter Überwachung und Null-Prozent-Toleranzlevel beim Saatgut begegnet. Das sehen die Gentechnikkonzerne natürlich ganz anders. Insbesondere die Firma Bayer CropScience, deren Gen-Raps für einen der ersten Verunreinigungsfälle Anfang des Monats gesorgt hatte. Bayer begrüßte inzwischen die Heraufsetzung der Toleranzlevel.

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