Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Verbrauchertagebuch für Horst Seehofer

Bundesverbraucherminister Horst Seehofer hatte in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit bereits allerhand zu tun: Vom Gammelfleisch, über Pestizide in Obst und Gemüse bis hin zur Vogelgrippe. Zwischendurch mussten noch Gen-Maissorten zugelassen und Gentechnikgesetze verändert werden. Dass dabei einmal diejenigen aus dem Blick geraten, als deren Anwalt sich Horst Seehofer eigentlich fühlt, kann schon mal passieren. Dagegen hilft das Greenpeace-Verbrauchertagebuch.

  • /

Greenpeace hat sechs Wochen lang Verbraucherstimmen gesammelt, die dem Minister heute als Verbrauchertagebuch übergeben wurden. Für jeden Tag seiner verbleibenden Amtszeit eine ganz persönliche Forderung, ein ganz individuelles Verbraucheranliegen.

Insgesamt haben 1.443 Verbraucher und Verbraucherinnen Horst Seehofer geschrieben, was sie von ihm erwarten. Jetzt kann der Verbraucherminister seine Politik nicht mehr am Verbraucher vorbei machen! Denn für jeden Tag liegt für ihn eine Forderung auf dem Ministerschreibtisch, sagt Corinna Hölzel, die Leiterin des Greenpeace-EinkaufsNetzes. Vor allem der Wunsch nach einer gentechnikfreien Ernährung wurde dem Minister mit auf den Weg gegeben: Für 79 Prozent der Verbraucher steht dieses Anliegen an erster Stelle.

Es meldet sich der besorgte Bio-Imker ebenso zu Wort wie der enttäuschte Parteikollege, der um christliche Werte fürchtet. Oder die Ärztin, die Kindergärtnerin, der Opa, die Schülerin: Alle lehnen Gentechnik ab - und zwar überall in der Nahrungsmittelproduktion! Stattdessen soll der Minister die ökologische Landwirtschaft fördern (41 Prozent) und sich gegen Pestizide (12 Prozent) und für eine bessere Kennzeichnung (12 Prozent) einsetzen.

Die Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Regina Wollersheim, hat das Buch entgegengenommen. Sie zeigte sich beeindruckt von den vielen verschiedenen Verbrauchererwartungen und versprach, das dicke Buch persönlich an Horst Seehofer weiterzuleiten.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.