Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Verbot von Genpflanzen-Anbau in Schutzgebieten gefordert

Die Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände AbL, BUND, BÖLW, EUROPARC Deutschland, GeN, Greenpeace und NABU fordern, dass ökologisch sensible Gebiete wie Biosphärenreservate, National- und Naturparke sowie Naturschutzgebiete dauerhaft vor dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen geschützt werden.

In einer gemeinsamen Erklärung rufen die Verbände die Bundesregierung auf, eindeutige Regelungen zum Schutz der biologischen Vielfalt festzulegen und sich EU-weit für entsprechende Maßnahmen einzusetzen.

In der elf Punkte umfassenden Vilmer-Resolution konkretisieren die Verbände ihre Forderungen. So sollen beispielsweise Schutzgebiete in Europa dauerhaft und übergreifend Rückzugsreservate ohne Gentechnik bleiben. Da es derzeit noch keine EU-weiten Regelungen dazu gibt, muss der Anbau von Genpflanzen in Nationalparks, Biosphärenreservaten, Natura-2000-Gebieten und Naturschutzgebieten auf nationaler Ebene verhindert werden.

Aus Sicht der Verbände müssen die Risiken des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen und ihre Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und den Naturhaushalt stärker in die gesellschaftliche Diskussion rücken. Weder die biologische Vielfalt insgesamt noch ökologisch sensible Gebiete genießen nach derzeitiger nationaler und europäischer Rechtslage einen ausreichenden Schutz.

Die EU-Kommission will Zulassungen auch für den kommerziellen Anbau in solchen Gebieten erteilen, obwohl noch viele Sicherheitsfragen offen seien. Außerdem sind die praktischen Bedingungen für den Anbau und das Nebeneinander von Genpflanzen und gentechnikfreier Landwirtschaft noch in keinem Mitgliedstaat der EU befriedigend geregelt.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.