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USA: Reisbauern klagen gegen Bayer Cropscience

US-amerikanische Reisbauern haben am Montag Klage gegen Bayer Cropscience eingereicht. Grund: Der Hersteller von Genprodukten sei fahrlässig mit seinen gentechnisch-veränderten Körnern umgegangen. Gen-Reis von Bayer hat die Felder der Bauern verunreinigt. Angesichts sinkender Preise und weniger Nachfrage drohen nun hohe Einbußen, denn der Reis wird hauptsächlich exportiert.

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Am vergangenen Donnerstag hatte die EU den Import von US-Langkornreis unterbunden. In den nächsten sechs Monaten darf die Ware nur passieren, wenn sie von einem anerkannten Labor getestet wurde. Bisher importierte die EU monatlich 20.000 Tonnen Reis aus den USA. Auch Japan - größter Importeur von US-Reis - setzte den Import vorübergehend aus.

Entwickelt wurde die gentechnisch-veränderte Reissorte LLRice 601 von Bayer Cropscience, um den Reis gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent zu machen. Dieses Ziel wurde erreicht. Dennoch stellte Bayer den Versuchsanbau 2001 nach drei Jahren ein. Die Erträge waren zu gering.

Unklar ist bislang, wie es zu der Verunreinigung des konventionell angebauten Reises mit dem Gen-Produkt kam. Möglicherweise ist der Gen-Reis über kontaminiertes Saatgut verbreitet worden, so Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace.

Im Januar 2006 gab es erste Hinweise darauf, dass die unerprobte Gen-Reissorte LLRice 601 gemeinsam mit konventionell angebautem Langkornreis in den Handel gelangt ist. Der Vermarkter des Reises - der Konzern Riceland - stellte weitere Untersuchungen an.

Riceland ist ansässig im US-Bundesstaat Arkansas. Er ist der weltweit größte Vermarkter von Reis - ein Drittel des gesamten US-Anbaus entfallen auf ihn. Nachdem weitere verunreinigte Proben gefunden worden waren, informierte Riceland im Mai Bayer Cropscience. Bayer gab die Information an das Landwirtschaftsministerium weiter.

Am 18. August schließlich informierte der US-Landwirtschaftsminister Mike Johanns die EU-Kommission über das Geschehen. Die bislang untersuchten Proben in den USA wiesen etwa 0,06 Prozent Verunreinigung auf.

Das US-Landwirtschaftsministerium teilte mit, vom Reis gingen keine Gesundheits- und Umweltschäden aus. Genaue Untersuchungen sollten jedoch noch zwei bis drei Monate andauern.

Strodthoff dazu: Der Fall des Gen-Reises aus den USA zeigt erneut das hohe Risiko der Verunreinigung. Strenge Regelungen reichen nicht aus. Deshalb fordert Greenpeace ein Verbot für Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen.

(Autorin: Cindy Roitsch)

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