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Bayerische Gaststätten verzichten auf Kennzeichnung genmanipulierter Zutaten

Unappetitlich: Weihnachtsgans in Gen-Öl

An Weihnachten gehört der traditionelle Gänsebraten für viele einfach dazu. Damit der Vogel eine schöne Kruste erhält, empfiehlt sich das Anbraten in Öl. Auf genmanipuliertes Speiseöl werden die meisten Verbraucher bei der Zubereitung am heimischen Herd lieber verzichten. Wer jedoch ein Restaurant in Bayern aufsucht, muss damit rechnen den Braten in Gen-Öl serviert zu bekommen.

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Greenpeace hat in den vergangenen Wochen das Speiseöl-Sortiment bayerischer Wirte überprüft. Das Ergebnis: In 16 von 110 besuchten Restaurants in München, Regensburg, Augsburg, Nürnberg und Ingolstadt wurden Gen-Öle der Marken Sedina oder Brölio für die Zubereitung von Speisen verwendet. Die Gäste wissen davon nichts. Denn obwohl es gesetzlich vorgeschrieben ist, weisen die Wirte in den Speisekarten nicht auf die Gen-Produkte hin.

Der Gast wird wie die sprichwörtliche Gans für dumm verkauft, kritisiert Corinna Hölzel, Leiterin des EinkaufsNetzes, der Verbraucherorganisation von Greenpeace. Seit April 2004 gilt für Lebensmittelhersteller und Gaststätten eine europaweite Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit genmanipulierten Organismen. Fehlt der Hinweis, machen sich Gastwirte strafbar und riskieren Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz interpretiert die EU-Verordnung jedoch anders: Eine Kennzeichnung dieser Lebensmittel ist allerdings dann nicht erforderlich, wenn diese beispielsweise von Gaststätten weiterverarbeitet oder zubereitet werden, wird in einem Schreiben des Staatsministeriums an Greenpeace vom 7. September 2005 bestätigt.

Eine Greenpeace-Umfrage unter allen zuständigen Länderministerien hat ergeben, dass Rheinland-Pfalz zurzeit die umfangreichsten Kontrollen zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln durchführt. Seit April 2004 wurden 8.600 Restaurants und 1.200 Bäckereien kontrolliert. 43 Mal fehlten Hinweise auf verwendete Gen-Produkte. Die betroffenen Betriebe haben anschließend lieber gentechnisch unverändertes Speiseöl verwendet, statt den Einsatz des Gen-Öls zu kennzeichnen.

Die Sonderrolle, die Bayern gerne einnimmt, schadet in diesem Fall den bayerischen Bürgerinnen und Bürgern. Ihnen wird vom Freistaat das Recht verwehrt zu wissen, was sie essen, erklärt Hölzel. Das Beste für Gastwirte ist, auf Gen-Food vollständig zu verzichten. Gen-Pflanzen bergen ökologische Risiken und Verbraucher wollen sie nicht auf ihren Tellern.

Greenpeace fordert die Bayerische Staatsregierung auf, unverzüglich ihre verbraucherfeindliche Position zu ändern und die EU-Kennzeichnungsverordnung umzusetzen. Dazu müssen die Untersuchungsbehörden der Kommunen von der Regierung angewiesen werden, Kontrollen in Gaststätten durchzuführen.

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