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Umweltdirektion der EU-Kommission lehnt Gen-Maiszulassung ab

Zum erstenmal in ihrer Geschichte hat die Umweltgeneraldirektion der EU-Kommission es aus Sicherheitsgründen abgelehnt, gentechnisch veränderte Maissorten zuzulassen. Nach Meinung unserer Gentechnikexpertin Stephanie Töwe ein längst überfälliges Signal. Jetzt ist die Kommission gefragt. Sie muss dieser Ablehnung zustimmen.

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Bei den beiden Maissorten handelt es sich um den Bt11-Mais von Syngenta und den Gen-Mais 1507 der Firma Pioneer/DuPont. Der Syngenta-Mais ist in der EU für den Import bereits zugelassen, nicht jedoch für den Anbau. Für den Pioneer/DuPont-Mais besteht bislang keinerlei Zulassung. Ob es die beantragten Genehmigungen geben wird, hängt jetzt von der EU-Kommission ab.

Stephanie Töwe: Die Europäische Kommission muss zeigen, dass sie die Bedenken ernst nimmt, und ebenfalls gegen die Zulassungen stimmen. Bisher wurden Gen-Pflanzen viel zu leichtfertig zugelassen. Die Standards der europäischen Sicherheitsprüfung für gentechnisch veränderte Pflanzen reichen vorne und hinten nicht aus.

Angesichts der derzeitigen Kräfteverhältnisse in Brüssel befürchtet Töwe allerdings, dass die Agroindustrie sich wieder einmal durchsetzen wird. Erst am 23. Oktober hat die EU drei Gen-Maissorten und eine gentechnisch veränderte Zuckerrübe für den Import als Futtermittel in Europa zugelassen. Die EU-Kommission muss den Anbau von Gen-Pflanzen in der EU stoppen. Sie muss wesentlich höhere Anforderungen an die Risikoabschätzung von Gen-Saaten stellen.

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