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Stinkefinger gegen Gen-Futter

Doppelsieg für ein Huhn: Beim Greenpeace-Kreativ-Wettbewerb zur Kampagne für genfreie Produkte bei McDonald´s landeten zwei Plakatentwürfe mit Federvieh auf den vorderen Plätzen.

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Tolle Ideen hatten sie alle: Die 380 Teilnehmer, die ihre Entwürfe beim Greenpeace-Kreativ-Wettbewerb einreichten. Aufgabe war es, ein Motiv für die McGen-Kampagne für genfutterfreie Produkte bei McDonald´s zu entwerfen – jetzt wählte die Jury bestehend aus dem Design-Duo Rocket & Wink, Greenpeace-Experten und Star-Köchin Sarah Wiener die Gewinner aus.

Wiener ist begeistert vom Engagement der Teilnehmer: „Offensichtlich stört es viele Menschen, wenn Fast-Food-Ketten billig und rücksichtslos auf Kosten von Gesellschaft und Natur produzieren“, sagt sie.

Provokante Motive

Der Wettbewerbssieger heißt Lars Buri;  „Flip them the Bird!“ nennt er seinen Entwurf, der McDonald´s zum Verzicht auf Gentechnik bewegen soll.

Eine Huhnkralle zeigt den Mittelfinger gegen genmanipuliertes Futter.

Dass die nicht in Chickenburger und Nuggets gehört, zeigt auch der zweitplatzierten Entwurf von Gila von Meissner: Ein Huhn geht in Hungerstreik.

Ein Comic-Hunh ignoriert einen Maiskolben unter der Überschrift "Hungerstreik. Hühner haben keine Wahl. Wir schon."

Provokative Kommunikation

Das Designer-Duo Rocket & Wink lobte die provokanten Ansätze: „Die Gewinnermotive sind schnell erfassbar, holen den Betrachter auf intelligente Weise ab und nehmen eindeutig Stellung.“ Dies gilt auch für den Entwurf von Thomas Glöwing, Drittplatzierter des Wettbewerbs. Sein Motiv „Nahrungskette“ zeigt, wie genmanipuliertes Tierfutter über das Hühnerfleisch auf die Teller von McDonald´s-Kunden gelangt.

Grüner Hintergrund, gelbe Symbole. Die Nahrungskette vom Genfutter übers Huhn zum Kunden bei McDonald's

McDonald‘s muss umdenken

Die kreativen Designs sollen den Konzern zum Umdenken bewegen. Denn McDonald‘s setzt nach 14 Jahren nun wieder gentechnisch verändertes Soja in seiner Fleischproduktion ein. Für Verbraucher besonders bedenklich: Die betroffenen Produkte müssen nicht gekennzeichnet sein. Kunden können also nicht erkennen, ob mit Gen-Pflanzen gefüttert wurde.

Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Stephanie Töwe fordert: „Unternehmen wie McDonald’s müssen endlich Verantwortung übernehmen und auf nachhaltige Landwirtschaft setzen statt auf Gentechnik, Pestizide und Massentierhaltung.“ Für die McGen-Kampagne war der Wettbewerb nur der erste Schritt, so Töwe weiter: „Wir freuen uns jetzt sehr, mit den Gewinnermotiven weiter gegen den Einsatz von Gentechnik und die Folgen billiger Fleischproduktion bei McDonald’s zu arbeiten.“

Hier kann die Protest E-Mail an McDonald's verschickt werden.

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