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Steriles Saatgut als Geldquelle

Der US-amerikanische Gentechnikgigant Monsanto will wieder die umstrittene Terminator-Technologie bei der Produktion von Saatgut nutzen. Monsanto, der weltgrößte Anbieter von Gen-Saatgut, setzt sich damit über eine seit dem Jahre 2000 bestehende Übereinkunft hinweg. Damals wurde durch die Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) ein Moratorium eingeführt, wonach eine kommerzielle Nutzung der Technologie nicht genehmigungsfähig sei.

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Aus Gen-Pflanzen, die mit der Terminator-Technologie versehen wurden, sollen sich nur noch sterile Samen gewinnen lassen. Für Bauern, die traditionell einen Teil ihrer Ernte für die Aussaat im nächsten Jahr zurückbehalten, bedeutet das eine gewaltige Umstellung und Abhängigkeit. Jedes Jahr müsste neues Saatgut gekauft werden, weil aus den Samen des Vorjahres nichts mehr wächst. Betroffen wären weltweit rund 1,4 Milliarden Menschen. Aber auch die biologische Vielfalt ist in Gefahr: Seltene Pflanzen, die vom Pollen der Gen-Pflanzen bestäubt würden, könnten keine keimfähigen Samen mehr bilden. Ohne Nachkommen sterben die Pflanzen dann aber aus.

Die Änderung der Monsanto-Firmenpolitik stellt im Grunde eine vorweggenommene Reaktion auf das nächste Treffen der CBD im brasilianischen Curitiba vom 21. bis 31. März dar. Dort will eine Koalition von Gegnern der Terminator-Technologie das de-facto-Verbot aus dem Jahre 2000 festschreiben. Wie wichtig die Technologie für Monsanto ist, erklärt der Greenpeace-Gentechnikexperte Henning Strodthoff: Monsanto will die Technologie nutzen, um in Ländern mit laschen Patentgesetzen die Bauern zu zwingen, für sein Saatgut die geforderten Lizenzen zu zahlen. Schon in der Patentschrift zur Terminator-Technik wurde klargestellt, wozu man sie nutzen will: als Quasi-Patentschutz - eine Art eingebauten Pflanzen-Kopierschutz, an dem niemand vorbeikommt.

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