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Seehofer will Gen-Raps haben

Bei der Abstimmung am Montag im EU-Agrarministerrat in Brüssel kam's raus: Deutschland hat für die Zulassung von Gen-Raps des Gentechnik-Konzerns Bayer gestimmt. Verantwortlich dafür ist der Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU). Er scheint keine Lehren aus dem Gen-Reis-Skandal der letzten Wochen gezogen zu haben: Der nie zugelassene gentechnisch veränderte LL601-Reis von Bayer CropScience war in ganz Europa gefunden worden.

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Nun droht, dass der Gen-Raps von Bayer als Futtermittel in der EU zugelassen wird. 14 der 25 EU-Mitgliedsstaaten haben zwar gegen die Zulassung des Gen-Rapses gestimmt, sie bildeten aber keine qualifizierte Mehrheit. Somit darf die Europäische Kommission über die Zulassung entscheiden. Die hat in der Vergangenheit in solchen Fällen noch jedem Antrag zugestimmt.

Zu der Nicht-Entscheidung in Brüssel sagt der Greenpeace-Gentechnikexperte Henning Strodthoff: In Europa gibt es ein wachsendes Bedenken gegen Gentechnik, sonst hätten nicht so viele Mitgliedsstaaten gegen die Zulassung von Gen-Raps gestimmt. Die Verfahrensregeln verhindern aber bislang, dass Anträge auch gestoppt werden, selbst wenn sich eine Mehrheit dagegen ausspricht. Das ist undemokratisch.

Da Raps aus Mitteleuropa stammt, findet man hier in der freien Wildbahn viele Pflanzen, die eng mit dem Raps verwandt sind. Mit diesen Pflanzen könnte sich der Gen-Raps ganz leicht kreuzen. Gen-Raps gehört zu den besonders unkontrollierbaren Gen-Pflanzen. Wer damit hantiert, nimmt die Ausbreitung dieser Pflanzen billigend in Kauf, warnt Strodthoff.

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