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Sachsen-Anhalt baut Gen-Mais an

Das CDU-regierte Bundesland Sachsen-Anhalt setzt weiter auf Gentechnik: Das Wirtschaftsministerium teilte am Montag mit, dass die großflächige Aussaat von genmanipuliertem Mais in vollem Gange sei. Angaben zur Lage und Größe der Felder oder zur Anzahl der mitmachenden Bauern wollte das Ministerium allerings nicht machen. In früheren Ankündigungen war von mehreren hundert Hektar die Rede. Der Gen-Mais bildet ein neues Protein, das Fraßinsekten abtöten soll. Er wird später als Tierfutter dienen.

Anfang April musste der bundesweit erste Versuch, Gen-Weizen in freier Natur anzubauen, geändert werden. Greenpeace hatte auf den dafür vorgesehenen Äckern in Sachsen-Anhalt Bio-Weizen ausgesät.

Wir beobachten die Vorgänge in Sachsen-Anhalt sehr genau, sagte Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Das Land macht sich nicht nur zum Vorreiter für die Gentechnik mit Gen-Weizen und Gen-Mais, sondern auch für eine lasche Strafverfolgung bei Falschkennzeichnung von Lebens- und Futtermitteln. Zusammen mit anderen CDU-regierten Ländern hat es im Bundesrat verhindert, dass es eine Strafregelung für Verstöße gibt.

Greenpeace wird in der kommenden Woche ein Büro in Magdeburg eröffnen. Nicht zuletzt wegen der Aktion Anfang April und der Diskussion um den Anbau von genmanipuliertem Getreide in der freien Natur interessieren sich immer mehr Menschen in Sachsen-Anhalt für die Greenpeace-Arbeit.

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