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Regeln für den weltweiten Gen-Pflanzenhandel

In der brasilianischen Stadt Curitiba hat am Montag ein Treffen der Mitgliedstaaten des so genannten Cartagena-Protokolls der Vereinten Nationen (UN) zur biologischen Sicherheit begonnen. Vertreter aus 132 Ländern nehmen daran teil. Sie sollen international verlässliche und faire Standards für die Identifikation und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) beschließen. Die fehlen bislang für den weltweiten Im- und Export von Gen-Pflanzen und Gen-Food. Das Treffen soll bis zum Freitag andauern.

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Greenpeace nutzte die Gelegenheit, um den offiziellen Vertretern des Protokolls den neuesten Verseuchungsbericht zu überreichen. In dem Report sind 113 Fälle von Verseuchungen, illegale Freisetzungen und negative landwirtschaftliche Auswirkungen durch Gen-Pflanzen dokumentiert.

Es geht bei dem Treffen um nicht mehr und nicht weniger als die Sicherheit der Umwelt und der Verbraucher, sagt Benedikt Haerlin, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Die internationale Völkergemeinschaft muss dafür sorgen, dass Gen-Pflanzen sich nicht in den importierenden Ländern ausbreiten, nur weil Produzenten und Verbraucher dort wegen der fehlenden Kennzeichnung gar nicht wissen, was sie vor sich haben. Die meisten Entwicklungsländer, in denen nationale Gentechnikgesetze fehlen, sind auf das internationale Protokoll zur biologischen Sicherheit angewiesen.

Der Gentechnik-Verseuchungsbericht markiert wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges. Die Verseuchung dürfte sich in Wahrheit viel schneller ausbreiten, als wir sie dokumentieren können. Umso dringender sind die internationalen Kennzeichungsstandards. Hier ist vor allem Brasilien in der Pflicht - als Gastgeber des Treffens. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bietet sich die einzigartige Gelegenheit, erklärt Haerlin, den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Schutz der Entwicklungsländer über die Interessen der USA und Agro-Konzerne wie Monsanto und Cargill zu stellen.

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