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Neuer Gen-Mais in den USA

Die US-amerikanische Umweltbehörde (EPA) hat die seit Jahren erste Neuzulassung einer gentechnisch manipulierten Pflanze erteilt. Damit darf in den USA eine neue Gen-Maissorte des Chemie- und Agrogentechnik-Giganten Monsanto angebaut werden. Die gentechnisch veränderten Pflanzen sollen gegen den Maiswurzelbohrer resistent sein. Das Insekt ist laut US-amerikanischem Landwirtschaftsministerium für jährliche Ernteausfälle im Werte von über einer Milliarde Dollar verantwortlich. Bis zu 200 Millionen Dollar geben deshalb die Bauern in den USA für Bekämpfungschemikalien gegen den Wurzelbohrer jedes Jahr aus.

Die Resistenz der Pflanzen stammt von dem Bakterium Bazillus thuringiensis (Bt). Erbgut aus der Mikrobe führt in der Pflanze zur Erzeugung eines Abwehrstoffes gegen den Maiswurzelbohrer. Dabei handelt es sich um eine Variante des Gens, dass in dem schon länger angebauten Bt-Gen-Mais oder der Bt-Gen-Baumwolle aktiv ist und diese gegen den Maiszünsler und den Kapselwurm resistent machen soll. Monsanto richtet sich darauf ein, noch für die diesjährige Aussaat das neue Gen-Maissaatgut anzubieten.

Experten halten die Entscheidung der EPA, den Anbau den genmanipulierten Mais auf 80 Prozent der Gesamtanbaufläche zuzulassen für falsch und gefährlich. Ihrer Meinung nach ist eine Beschränkung auf höchstens 50 Prozent der Fläche notwendig. Die ökologischen Auswirkungen des neuen Gen-Mais auch auf andere und nützliche Insekten sind nicht abzusehen, warnt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Das Resistenzmanagement ist völlig unzureichend. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass die Wurzelbohrer sehr bald gegen das Gift unempfindlich werden. Man verspielt damit das natürliche Bt-Insektizid, dass gerade für den Ökolandbau wichtig ist. (mir)

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