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Monsanto: Geldverdienen mit Verbotenem

In Brasilien steht die Zeit der Soja-Aussaat bevor. Rechtzeitig im Voraus hat die brasilianische Filiale des US-Gentechnikgiganten Monsanto deshalb in den lokalen Zeitungen im Süden des Landes Anzeigen geschaltet, in denen darauf hingewiesen wird, dass der Anbau von Gen-Pflanzen in Brasilien nach wie vor ungesetzlich sei. Das sei am 8. September noch einmal gerichtlich bestätigt worden.

Hintergrund: Aus dem Hause Monsanto stammt die so genannte Roundup-Ready-Soja. Eine Gen-Soja-Sorte, die heimlich auf geschätzten 70 Prozent der Felder in den südlichsten Bundesstaaten Brasiliens angebaut wird. Das scheint auch Monsanto bekannt zu sein, denn die Zeitungsanzeigen fahren damit fort, dass der Gentechnikkonzern auf seine Ansprüche an der patentgeschützten Soja hinweist: Bauern, die Roundup-Ready-Soja anpflanzen, sollten berücksichtigen, dass sie beim Verkauf ihrer Ernte für den Einsatz der Technologie zahlen müssen.

Die Monsanto-Zweigniederlassung in dem südamerikanischen Land wollte zu den Anzeigen keine Stellungnahme abgeben. Es handelt sich bei den Annoncen bereits um den dritten Versuch des Gentechnik-Riesens für den illegalen Einsatz ihrer Gen-Soja in Brasilien Geld zu bekommen. Vor einigen Monaten wollte der Konzern die Bauern gerichtlich zwingen, Lizenzgebühren für den Anbau von RR-Soja zu zahlen und scheiterte. Auch der folgende Versuch landwirtschaftliche Kooperativen oder Exporteure der Gen-Soja zur Kasse zu beten schlug fehl.

Die transgenen Samen für den brasilianischen Schwarzmarkt stammen vermutlich aus dem benachbarten Argentinien, wo der Anbau von Gen-Pflanzen zulässig und weit verbreitet ist. Allerdings können die Gen-Sojapflanzen nur schlecht weiter im Norden gedeihen. Klimatische Bedingungen und andere Lichtverhältnisse in den Tropen stehen dem entgegen. (mir)

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