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Millionen für StarLink-geschädigte Bauern

In den USA ist am Mittwoch ein Gerichtsverfahren gegen zwei Gentechnologieunternehmen gegen Zahlung von 110 Millionen Dollar an geschädigte Mais-Bauern eingestellt worden. Die Bauern hatten geklagt, weil ihre Einkünfte aus dem kommerziellen Anbau nach dem Auftauchen des genmanipulierten StarLink-Maises in der Nahrungskette stark gesunken waren. StarLink-Mais ist wegen möglicher Allergiegefahr nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen. Bei den beiden Unternehmen handelt es sich um die Aventis-Tochter StarLink-Logistics und Avanta USA.

StarLink-Mais wurde 1998 von der amerikanischen Umweltbehörde EPA ausschließlich für die Verwendung als Tierfutter und für industrielle Zwecke wie die Herstellung von Alkohol zugelassen. Die Firma Aventis musste sicherstellen, dass das genmanipulierte Getreide nicht in die menschliche Nahrungskette gelangt. Trotzdem tauchte der GenMais in Fertigprodukten auf, die daraufhin aus dem Handel gezogen werden mussten. Im März 2001 erklärte Aventis, StarLink werde nie wieder gänzlich aus der Nahrung veschwinden.

Tatsächlich wurde der Gen-Mais in der Folge immer wieder in kommerziell angebautem Mais gefunden. Nachgewiesen wurde er auch in Lebensmittelhilfen der USA an Bolivien. Bauern in verschiedenen Bundesländern der USA haben Klagen gegen Aventis eingereicht, weil ihre Ernte kontaminiert war. Im vergangenen Jahr erklärten sich die Firmen StarLink Logistics (Aventis) und Garst Seed (Avanta) sowie vier Lebensmittelproduzenten einverstanden, neun Millionen US-Dollar Entschädigungen an Verbraucher zu zahlen, die nach dem Verzehr von StarLink-kontaminierten Produkten über allergische Reaktionen geklagt hatten. (sit)

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