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Landwirte setzen Signal gegen Gentechnik

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall in Baden Württemberg hat am Donnerstag offiziell den Startschuss für eine gentechnikfreie Region Hohenlohe gegeben. Die Gentechnik, heißt es in der Presseerklärung des Verbandes, solle dort bleiben, wo sie ist: in den Labors der Konzerne.

Der Gemeinschaft gehören fast 700 Landwirte an. Schon seit ihrer Gründung 1988 müssen sich ihre Mitglieder verpflichten, keine gentechnisch veränderten Pflanzen anzubauen oder zu verfüttern. Rund 90 Prozent der Mitglieder bewirtschaften ihre Höfe konventionell, 10 Prozent sind Biobauern. Die Landwirte der Region leben hauptsächlich von Schweinemast und Ackerbau, in geringerem Maße auch von der Rinderzucht.

In der klein strukturierten Hohenloher Landwirtschaft mit ihren kleinen Anbauflächen stellt die Gentechnik eine besondere Gefahr dar. Durch Auskreuzung gentechnisch manipulierter Pflanzen kann es schnell zu massiven Verunreinigungen kommen. So ist nicht verwunderlich, dass der Zulauf zur Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft groß ist.

An der Veranstaltung auf dem Sonnenhof nahm auch Landwirtschaftsexperte Alexander Hissting von Greenpeace teil, der die Initiative für eine gentechnikfreie Region Hohenlohe ein wichtiges Signal nennt. Auf der Rednerliste außerdem Ernst-Ulrich Schassberger, der Präsident der Verbraucherinitiative Eurotoques. In Eurotoques sind Spitzenköche aus ganz Europa organisiert.

Ein Hinweis für Interessierte: Am 18. April 2004 wird in Stuttgart eine Großdemonstration gegen Gentechnik auf Acker und Teller stattfinden.

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